Auf diese Worte wandte sich Bodhi der Königsohn also an den Erhabenen:

»O herrlich Erwachter, o herrliche Wahrheit, o herrlich verkündete Wahrheit, wo da einer am Abend eingeführt am Morgen den Ausgang finden kann, am Morgen eingeführt am Abend den Ausgang finden kann!«

Da meinte Sañjikāputto, der es gehört, der junge Brāhmane, sich an Bodhi den Königsohn wendend:

»So hat eben hier Herr Bodhi nur gesagt ›O herrlich Erwachter, o herrliche Wahrheit, o herrlich verkündete Wahrheit‹, aber nicht gesagt, dass er bei Ihm, dem Herrn Gotamo Zuflucht nehme, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft.«

»Nicht also rede, bester Sañjikāputto, nicht also rede, bester Sañjikāputto! Von meinem Mütterchen selber, bester Sañjikāputto, hab’ ich Folgendes erfahren, aus ihrem Munde vernommen. Es war einmal, bester Sañjikāputto, da weilte der Erhabene zu Kosambī, im Stiftungsgarten. Und das Mütterchen, schwanger mit mir, begab sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und setzte sich seitwärts nieder. {465} Seitwärts sitzend sprach nun mein Mütterchen also zum Erhabenen: ›Was ich da, o Herr, im Leibe trage, das Knäblein oder das Mägdlein, das nimmt beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger mög’ es der Erhabene betrachten, von heute an zeitlebens getreu.‹ Es war einmal, bester Sañjikāputto, da weilte der Erhabene eben hier, im Bhagger-Lande, bei Suṃsumāragiram, im Forste des Bhesakaḷā-Waldes. Und meine Amme nahm mich zu Hüften[177], und begab sich dorthin wo der Erhabene weilte, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig und stellte sich seitwärts hin. Seitwärts stehend sprach nun meine Amme also zum Erhabenen: ›Dieser Bodhi, o Herr, der Königsohn, nimmt beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei den Jüngern: als Anhänger möge ihn der Erhabene betrachten, von heute an zeitlebens getreu.‹ Und so nehm’ ich denn, bester Sañjikāputto, zum dritten Mal beim Erhabenen Zuflucht, bei der Lehre und bei der Jüngerschaft: als Anhänger möge mich der Erhabene betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«[178]


86.

Neunter Theil

Sechste Rede