Und Aṉgulimālo der Räuber sah den Erhabenen von ferne herankommen, und als er ihn gesehn gedacht’ er bei sich: ›Wunderbar, wahrlich, außerordentlich ist es! Auf diesem Wege sind ja zehn Mann, und zwanzig Mann, und dreißig Mann, {468} und vierzig Mann vereint ausgezogen und sind alle in meine Gewalt gerathen: und dieser Asket da kommt einzeln, allein, wie ein Eroberer heran! Wie, wenn ich nun diesem Asketen den Garaus machte?‹

Und Aṉgulimālo der Räuber nahm Schwerdt und Schild, hing Bogen und Köcher um und ging dem Erhabenen Schritt um Schritt nach.

Da ließ nun der Erhabene eine magische Erscheinung von solcher Art erscheinen, dass Aṉgulimālo der Räuber den Erhabenen, der gelassen dahinschritt, mit aller Macht laufend nicht einholen konnte. Und Aṉgulimālo der Räuber gedachte bei sich: ›Wunderbar, wahrlich, außerordentlich ist es! ich habe ja früher einen flüchtigen Elephanten überrascht und erreicht, ein flüchtiges Ross überrascht und erreicht, einen flüchtigen Wagen überrascht und erreicht, ein flüchtiges Reh überrascht und erreicht: aber diesen Asketen da, der gelassen dahingeht, kann ich mit aller Macht laufend nicht einholen!‹ Und er blieb stehn und rief dem Erhabenen zu:

»Stehe, Asket! Stehe, Asket!«

»Ich stehe, Aṉgulimālo: steh’ auch du.«

Da kam nun Aṉgulimālo dem Räuber der Gedanke: ›Diese Asketen des Sakyersohnes reden die Wahrheit, bekennen die Wahrheit: gleichwohl aber sagt dieser Asket, der da wandelt, ‚Ich stehe, Aṉgulimālo: steh’ auch du.‘ Wie, wenn ich nun diesen Asketen fragte?‹ Und Aṉgulimālo der Räuber sprach den Erhabenen mit dem Spruche an:

»Du wandelst, Büßer, wähnst dich aber stetig,

Und mich, der stetig ist, mich wähnst du wandelnd;

Ich frage dich, o Büßer, gieb mir Kunde:

Wie bist du stetig denn, wie bin ich unstet?«