Und es hörten die brāhmanischen Hausleute in Mithilā reden: ›Der Asket, wahrlich, Herr Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt hat, wandert in unserem Lande von Ort zu Ort und ist mit vielen Mönchen, einer Schaar von fünfhundert Mönchen in Mithilā angekommen, weilt bei Mithilā, im Mangohaine Makhadevos. Diesen Herrn Gotamo aber begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: ‚Das ist der Erhabene, {523} der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerheerde, der Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene. Er zeigt diese Welt mit ihren Göttern, ihren bösen und heiligen Geistern, mit ihrer Schaar von Büßern und Priestern, Göttern und Menschen, nachdem er sie selbst verstanden und durchdrungen hat. Er verkündet die Lehre, deren Anfang begütigt, deren Mitte begütigt, deren Ende begütigt, die sinn- und wortgetreue, er legt das vollkommen geläuterte, geklärte Asketenthum dar. Glücklich wer da nun solche Heilige sehn kann!‘‹
Und die brāhmanischen Hausleute von Mithilā begaben sich nun dorthin wo der Erhabene weilte. Dort angelangt verneigten sich einige vor dem Erhabenen ehrerbietig und setzten sich zur Seite nieder, andere wechselten höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder, einige wieder falteten die Hände gegen den Erhabenen und setzten sich zur Seite nieder, andere wieder gaben beim Erhabenen Namen und Stand zu erkennen und setzten sich zur Seite nieder, und andere setzten sich still zur Seite nieder.
Brahmāyu der Priester aber hörte reden: ›Der Asket, wahrlich, Herr Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt hat, ist in Mithilā angekommen, weilt bei Mithilā, im Mangohaine Makhadevos.‹ Und Brahmāyu der Priester begab sich mit einer großen Schaar seiner Schüler zum Mangohaine Makhadevos hin. Da nun gedachte Brahmāyu der Priester, nicht ferne vom Mangohain: ›Das steht mir nicht an, dass ich ohne vorher gemeldet zu sein den Asketen Gotamo besuchen ginge.‹ Und Brahmāyu der Priester wandte sich an einen seiner Jünger:
{524} »Geh’, lieber Knabe, und begieb dich zum Asketen Gotamo hin und wünsche in meinem Namen dem Asketen Gotamo Gesundheit und Frische, Munterkeit, Stärke und Wohlsein: ›Brahmāyu‹, sage, ›o Gotamo, der Priester, wünscht Herrn Gotamo Gesundheit und Frische, Munterkeit, Stärke und Wohlsein;‹ und füge hinzu: ›Brahmāyu, o Gotamo, der Priester, ist alt und greis, hochbetagt, dem Ende nahe, ausgelebt, im hundertzwanzigsten Lebensjahre, ein Meister der drei Veden, sammt ihrer Auslegung und Deutung, sammt ihrer Laut- und Formenlehre, und ihren Sagen zufünft, der Gesänge kundig und ein Erklärer, der die Merkmale eines großen Weltweisen aufweist. So viel auch, Herr, der brāhmanischen Hausleute zu Mithilā wohnen, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Reichthum anlangt, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Wissen anlangt, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Alter und Berühmtheit anlangt. Der möchte Herrn Gotamo aufsuchen.‹«
»Schön, Herr!« entgegnete da gehorsam jener Jünger Brahmāyu dem Priester. Und er begab sich dorthin wo der Erhabene weilte, tauschte höflichen Gruß und freundliche, denkwürdige Worte mit dem Erhabenen und stellte sich seitwärts hin. Seitwärts stehend sprach nun jener Jünger zum Erhabenen also:
»Brahmāyu, o Gotamo, der Priester, wünscht Herrn Gotamo Gesundheit und Frische, Munterkeit, Stärke und Wohlsein. Brahmāyu, o Gotamo, der Priester, ist alt und greis, hochbetagt, dem Ende nahe, ausgelebt, im hundertzwanzigsten Lebensjahre, ein Meister der drei Veden, sammt ihrer Auslegung und Deutung, {525} sammt ihrer Laut- und Formenlehre, und ihren Sagen zufünft, der Gesänge kundig und ein Erklärer, der die Merkmale eines großen Weltweisen aufweist. So viel auch, Herr, der brāhmanischen Hausleute zu Mithilā wohnen, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Reichthum anlangt, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Wissen anlangt, der Brāhmane Brahmāyu gilt unter ihnen als erster was da Alter und Berühmtheit anlangt. Der möchte Herrn Gotamo aufsuchen.«
»Wie es nun, Knabe, Brahmāyu dem Priester belieben mag.«
Da begab sich denn jener Jünger zu Brahmāyu dem Priester zurück und sprach also zu ihm:
»Angenommen ist der Herr vom Asketen Gotamo: wie es nun dem Herrn belieben mag.«