»Es giebt, o Gotamo, manche Asketen und Priester, die der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben. Zu welchen aber, o Gotamo, von diesen Asketen und Priestern, die der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben, gehört da Herr Gotamo?«

»Die der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben sind eben, sag’ ich, Bhāradvājo[276], verschieden geartet. Es giebt, Bhāradvājo, manche Asketen und Priester, die wissen vom Hörensagen her und glauben, durch Hörensagen der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben; gleichwie etwa die Dreivedenpriester. Es giebt auch, Bhāradvājo, manche Asketen und Priester, die ganz aus eigenem Dünken der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben; gleichwie etwa die Grübler und Forscher.[277] Es giebt, Bhāradvājo, manche Asketen und Priester, {646} die bei nie zuvor erfahrenen Dingen die Wahrheit eben selbst erkannt und der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben. Zu den Asketen und Priestern, Bhāradvājo, die da bei nie zuvor erfahrenen Dingen die Wahrheit eben selbst erkannt und der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben, zu denen gehör’ ich. Darum muss man es nun, Bhāradvājo, dem Verhältniss entsprechend beurtheilen, wie zu den Asketen und Priestern, die bei nie zuvor erfahrenen Dingen die Wahrheit eben selbst erkannt und der Erkenntniss letzte Vollendung, das Urasketenthum hienieden erreicht zu haben glauben, auch ich gehöre.«[278]

»Ernstlich hat sich wohl Herr Gotamo darum bemüht, {664} ehrlich hat sich wohl Herr Gotamo darum bemüht, wie das einem Heiligen, vollkommen Erwachten ansteht. — Sagt mir doch, Herr Gotamo: giebt es Götter?«

»Deutlich merkt man es ja, Bhāradvājo, ob es Götter giebt.«

»Wie denn, o Gotamo: auf die Frage ›Giebt es Götter‹ antwortest du ›Deutlich merkt man es ja, Bhāradvājo, ob es Götter giebt‹; dann also ist es, o Gotamo, bloße Lüge?«

»‚Giebt es Götter‘, wer also, Bhāradvājo, gefragt, ›Es giebt Götter‹ sagte, und wer ›Deutlich merkt man es ja‹ sagte: ein verständiger Mann wird da wohl den nämlichen Schluss ziehn, ob es Götter giebt.«

»Warum aber hat mir Herr Gotamo nicht sogleich Bescheid gegeben?«

»Der Edle ist einig geworden, Bhāradvājo, in der Welt, ob es Götter giebt.«

Nach diesen Worten sprach Saṉgāravo der junge Brāhmane zum Erhabenen also:

{665} »Vortrefflich, o Gotamo, vortrefflich, o Gotamo! Als Anhänger möge mich Herr Gotamo betrachten, von heute an zeitlebens getreu.«