RĀHULOS ERMAHNUNG
– I –

{414} Das hab’ ich gehört. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Rājagaham, im Bambusparke, am Hügel der Eichhörnchen. Um diese Zeit aber weilte der ehrwürdige Rāhulo im Mangohage.[35]

Als nun der Erhabene gegen Abend die Gedenkensruhe beendet hatte, begab er sich nach dem Mangohage, dorthin wo der ehrwürdige Rāhulo sich aufhielt. Und es sah der ehrwürdige Rāhulo den Erhabenen von ferne herankommen, und als er ihn gesehn stellte er einen Stuhl zurecht und Wasser für die Füße. Es setzte sich der Erhabene auf den angebotenen Sitz, und als er saß spülte er sich die Füße ab. Und auch der ehrwürdige Rāhulo setzte sich, nach des Erhabenen Begrüßung, zur Seite nieder.

Und der Erhabene ließ einen geringen Rest von Wasser im Becken zurück und wandte sich an den ehrwürdigen Rāhulo:

»Siehst du wohl, Rāhulo, diesen geringen Rest von Wasser da im Becken?«

»Ja, o Herr!«

»Ebenso gering ist, Rāhulo, das Asketenthum derer, die sich vor bewusster Lüge nicht scheuen.«

Und der Erhabene goss diesen geringen Rest von Wasser aus und sprach zum ehrwürdigen Rāhulo:

»Siehst du wohl, Rāhulo, dass dieser geringe Rest von Wasser ausgegossen ist?«