»Jene edlen Söhne, ihr Mönche, die um meinetwillen, von Zutrauen bewogen, aus dem Hause in die Hauslosigkeit gewandert sind, vielleicht sind, ihr Mönche, diese Mönche mit dem Asketenthum wohlzufrieden.«

Und ein zweites Mal, und ein drittes Mal verharrten die Mönche in Schweigen. Und der Erhabene sprach zu sich: ›Wie, wenn ich nun diese edlen Söhne selbst fragte?‹ Und der Erhabene wandte sich also an den ehrwürdigen Anuruddho:

»Seid ihr denn, Anuruddher, mit dem Asketenthum wohlzufrieden?«

»Freilich, o Herr, sind wir mit dem Asketenthum wohlzufrieden.«

»Recht so, recht so, Anuruddher. Das steht euch an, Anuruddher, die ihr als edle Söhne von Zuversicht bewogen aus dem Hause in die Hauslosigkeit gegangen, dass ihr mit dem Asketenthum wohlzufrieden seid. Die glückliche Jugend, Anuruddher, die euch in erster Mannesblüthe glänzend dunkelhaarig die Welt genießen lassen könnte, diese glückliche Jugend, Anuruddher, hat euch in erster Mannesblüthe glänzend dunkelhaarig aus dem Hause in die Hauslosigkeit hinausziehn heißen. Denn euch, Anuruddher, hat ja kein König gezwungen aus dem Hause in die Hauslosigkeit zu wandern, kein Räuber, keine Schuldenlast, keine Furcht, keine Lebensnothdurft hat euch vermocht aus dem Hause in die Hauslosigkeit fortzuziehn, sondern ihr habt gemerkt: ›Versunken bin ich in Geburt, in Altern und Sterben, in Wehe, Jammer und Leiden, in Gram und Verzweiflung, in Leiden versunken, in Leiden verloren! O dass es doch etwa möglich wäre dieser ganzen Leidensfülle ein Ende zu machen!‹ Seid ihr, Anuruddher, nicht also von Zuversicht bewogen aus dem Hause in die Hauslosigkeit gegangen?«

»Ja, o Herr!«

»Und wer also entsagt hat, Anuruddher, als edler Sohn, was mag der zu thun haben? Wer fern, Anuruddher, von Wünschen, fern von Schlechtem, keine heitere Säligkeit findet oder Anderes, noch Besseres, dessen Gemüth wird von Gier erfasst und gefesselt, wird von Hass erfasst und gefesselt, wird von matter Müde erfasst und gefesselt, wird von stolzem Unmuth erfasst und gefesselt, wird von schwankender Ungewissheit erfasst und gefesselt, {464} wird von Unlust erfasst und gefesselt, wird von Trägheit erfasst und gefesselt; fern, Anuruddher, von Wünschen, fern von Schlechtem findet er keine heitere Säligkeit oder Anderes, noch Besseres: wer fern, Anuruddher, von Wünschen, fern von Schlechtem heitere Säligkeit findet und Anderes, noch Besseres, dessen Gemüth wird von keiner Gier erfasst und gefesselt, wird von keinem Hass erfasst und gefesselt, wird von keiner matten Müde erfasst und gefesselt, wird von keinem stolzen Unmuth erfasst und gefesselt, wird von keiner schwankenden Ungewissheit erfasst und gefesselt, wird von keiner Unlust erfasst und gefesselt, wird von keiner Trägheit erfasst und gefesselt; fern, Anuruddher, von Wünschen, fern von Schlechtem findet er heitere Säligkeit und Anderes, noch Besseres.

»Vielleicht, Anuruddher, meint ihr von mir: ›Der Wahn, der besudelnde, Wiederdasein säende, entsetzliche, Leiden ausbrütende, wiederum Leben, Altern und Sterben erzeugende, der ist vom Vollendeten nicht überstanden; darum mag der Vollendete eins mit Bedacht pflegen, und eins mit Bedacht dulden, eins mit Bedacht fliehn, und eins mit Bedacht bekämpfen.‹«

»Nicht doch, o Herr, denken wir vom Erhabenen also: ›Der Wahn, der besudelnde, Wiederdasein säende, entsetzliche, Leiden ausbrütende, wiederum Leben, Altern und Sterben erzeugende, der ist vom Vollendeten nicht überstanden; darum mag der Vollendete eins mit Bedacht pflegen, und eins mit Bedacht dulden, eins mit Bedacht fliehn, und eins mit Bedacht bekämpfen‹, sondern also denken wir, o Herr, vom Erhabenen: ›Der Wahn, der besudelnde, Wiederdasein säende, entsetzliche, Leiden ausbrütende, wiederum Leben, Altern und Sterben erzeugende, der ist vom Vollendeten überstanden; darum mag der Vollendete eins mit Bedacht pflegen, und eins mit Bedacht dulden, eins mit Bedacht fliehn, und eins mit Bedacht bekämpfen.‹«

»Recht so, recht so, Anuruddher. Der Vollendete, Anuruddher, hat den Wahn, den besudelnden, Wiederdasein säenden, entsetzlichen, Leiden ausbrütenden, wiederum Leben, Altern und Sterben erzeugenden, überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass er nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann. Gleichwie etwa, Anuruddher, eine Palme, der man die Krone abgeschnitten hat, nicht wieder emporwachsen kann, ebenso auch, Anuruddher, hat der Vollendete den Wahn, den besudelnden, Wiederdasein säenden, entsetzlichen, Leiden ausbrütenden, wiederum Leben, Altern und Sterben erzeugenden, überstanden, an der Wurzel abgeschnitten, einem Palmstumpf gleichgemacht, so dass er nicht mehr keimen, nicht mehr sich entwickeln kann; darum mag der Vollendete eins mit Bedacht pflegen, und eins mit Bedacht dulden, eins mit Bedacht fliehn, und eins mit Bedacht bekämpfen.[61]