Aus „Kolonie und Heimat“.
Abb. 412. Ein vornehmer Birmane.
Phot. Sir George Scott.
Abb. 413. Loilong-Karen-Frauen mit sonderbarem Beinschmuck,
bestehend aus Messingringen, die an einem Rotangbande unterhalb des Knies hängen. Diese Ringe hindern die Bewegung erheblich. Keine Frau geht ohne Not aus und wenige kommen Zeit ihres Lebens weiter als eine Stunde von ihrem Dorfe. Die Arme sind von einer engen Messinghülse bis zu den Ellbogen bedeckt.
Bis zur Besitzergreifung durch die Engländer herrschte in Birma eine durchaus despotische Regierung. Erbliche Ehren gab es nicht, ein jeder konnte durch persönliche Tüchtigkeit es zu hohem Ansehen bringen, allerdings war dabei der Günstlingswirtschaft Tür und Tor geöffnet. Es gab eine Unmasse Beamte, von denen ein jeder durch irgend ein besonderes Merkmal an einem Gebrauchsgegenstand oder Schmuckstück, seien es Ohrringe, die Kopfbedeckung, der Regenschirm und so weiter als Rangabzeichen sich kenntlich machte. Die kleinen Bürger und Arbeiter gehörten dem Stande der Unfreien an; sie konnten jederzeit vom Könige zu seinen Dienstleistungen als Soldaten oder Sklaven verwendet werden.
Phot. H. G. A. Leveson.