Phot. Amerikanische Kolonie, Jerusalem.

Abb. 367. Christliche Pilger baden im Jordan.

Ihre Gewänder haben die Länge des Salbsteins in der heiligen Grabeskirche zu Jerusalem, auf den nach der Legende der Leichnam Christi vor seiner Bestattung gelegt wurde.

In Palästina besteht noch eine kleine, nicht einmal zweihundert Seelen zählende jüdische Sekte, die das Passahfest (siehe die [farbige Kunstbeilage]) noch ganz nach der Sitte ihrer Vorväter auf dem heiligen Berge Gerizim, der ihre Wohnstätte überblickt, feiert. Es sind dies die Samaritaner. Die dabei stattfindenden Riten werden ganz nach dem Plan vollzogen, wie ihn das zweite Buch Mosis im 12. Kapitel schildert. Sie schlagen ihre Zelte ([Abb. 377]) so dicht wie möglich in zwei Reihen auf; darunter ist das wichtigste ein längliches Zelt für das Tabernakel, dicht beim Opferplatz, der sich neben dem Zelt des Hohenpriesters befindet. Neun Tage lang werden die Vorbereitungen zu dem hohen Feste getroffen, im besonderen die Lämmer durch reichliches und sorgfältiges Waschen für das Opfer zurechtgemacht. Am letzten Abend, dem fünfzehnten des Monats Nisan, kleiden sich Männer und Knaben in weiße Baumwollhemden und Hosen ([Abb. 380]); die Frauen legen ebenfalls ihre beste Kleidung an, bleiben aber in den Zelten. In einem Graben, dem Tabernakel gerade gegenüber, legt man Feuer an und bringt darüber zwei große Kessel zum Wasserkochen an; währenddessen wird das „Gesetz“ gelesen ([Abb. 378]). Am Ende dieses Grabens wird eine große, etwa zwei Meter tiefe Grube gegraben und in ihr gleichfalls ein Feuer entzündet, um das Opfer zu verbrennen. Zwei Stunden vor Sonnenuntergang versammeln sich die männlichen Samaritaner im Tabernakel mit Ausnahme der jungen Leute, denen die Aufgabe zufällt, die Lämmer zu töten und auch auf das kochende Wasser, sowie die Feuer acht zu geben. Das Gesetz wird noch einmal verlesen, wobei die Gesichter der Zuhörer den Ruinen des Tempels auf der Bergesspitze zugewendet sind, und dann werden bei Sonnenuntergang die Lämmer den jungen Burschen zum Schlachten gebracht; die übrigen Samaritaner versammeln sich um die Opfer.

Phot. Underwood & Underwood.

Abb. 368. Prozession am Sankt-Simons-Fest der griechisch-katholischen Kirche.

Türkische Soldaten sorgen dabei für Aufrechterhaltung der Ordnung.


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