GRÖSSERES BILD

Phot. Yei Ozaki.

Abb. 11. Die japanische Begrüßung,

die nicht im Händegeben oder Küssen, sondern im Niederfallen auf die Hände besteht.

Japan.

Wenn wir auf der langgestreckten Inselgruppe des japanischen Reiches, das sich von den nördlichen Kurilen bis zur Südspitze Formosas ausdehnt, Umschau halten, so treffen wir nicht nur auf eine große Verschiedenheit des Klimas, der Tier- und Pflanzenwelt, sowie der Lebensbedingungen, sondern auch auf solche der Bewohner; in der Hauptsache sitzen im Norden die Ainu, im Süden Chinesen und Malaien und auf den Inseln des eigentlichen Altjapan die Japaner, die allerdings auch wieder keinen reinen Typus mehr vorstellen, sondern ein Mischvolk sind, hervorgegangen aus den ursprünglich ziemlich über das ganze Reich ansässig gewesenen Ainu (vielleicht auch noch einer älteren Urschicht, den sogenannten Koro-pokguru), den aus Nordasien hinzugewanderten mongolischen (tatarischen) Völkern und den aus Indonesien über die Philippinen hinzugekommenen malaiischen. Trotz dieser grundverschiedenen Mischung treten uns die Japaner als eine ziemlich homogene Masse entgegen, in der sich höchstens zwei Typen unterscheiden lassen, die aber in ihrer extremen Ausprägung doch scharf gekennzeichnet sind: ein feinerer und ein plumperer; der Unterschied kann so auffällig sein, daß man manchmal denkt, es handelt sich um Personen ganz verschiedener Rassen. Der feinere Menschenschlag ([Abb. 12]), der sich fast ausschließlich auf die höheren Stände beschränkt, gleicht dem von uns bereits geschilderten mandschu-koreanischen Typus; er hat sich gleichsam durch geschlechtliche Zuchtwahl hier befestigt, denn die Vornehmen und Reichen in Japan bevorzugen als Frauen und auch als Nebenfrauen solche von schlankem Bau, mit langem, schmalem Gesicht, Adlernase, langem Hals, schmalen Schultern und Hüften, sowie zierlichen Armen und Füßen. Bälz nennt diesen Typus den Shoshutypus im Gegensatz zu dem Satsuma- oder groben Typus. Letzterer ([Abb. 13] u. [15]) ist gekennzeichnet durch kleinere Statur, plumpen, robusten Körperbau, rundes, breites Gesicht mit ausladenden Wangenbeinen, volle Backen, stark ausgeprägte Mongolenfalte, breite, gerade oder aufgestülpte Nase mit flachem, niederem Rücken, großlippigen, breiten Mund, vortretende Nasen-Mundpartie und volles Kinn.

Mit Genehmigung von Könyves Kálmán, Budapest.

Fächertanz in Nikko.