[69] Orja-wits, weißer Honigklee (Melilotus vulgaris W.). L.
[70] In Livland. L.
[71] Vgl. Bd. 1, S. 102, Anm. 1 und Neus Estnische Volkslieder, 428 ff; Kreutzwald und Neus, Mythische u. magische Lieder der Esten, 30; Verhandlungen der gelehrten Estnischen Gesellschaft zu Dorpat, IV, a, 48. 164.
[72] Welchen nach estnischer Sitte der den Freier begleitende Brautwerber anbietet.
[73] Die Esten haben die Vorstellung von den »Mondleuten«. Das ist ein unglückliches Ehepaar, welches zur Strafe dafür, daß es am Sonntage in die Badstube ging, um zu baden, sammt dem Wasserzuber in den Mond versetzt ward, wie im Vollmonde zu sehen. Vgl. Boecler-Kreutzwald S. 103, wo auch in der Anm. auf die vorliegende schon im »Inland« Jahrg. 1, No 2, Sp. 26 behandelte Volkssage hingewiesen wird. L.
[74] Wörtlich: Kupferfußbrücke. L.
[75] Vgl. über diese offenbar mit geogonischen Anschauungen zusammenhängende Sage Kreutzwald zu Boecler S. 8 und Rußwurm Sagen aus Hapsal u. s. w., S. 101. Der Wirtsjärw liegt im Felliner Kreise. L.
[76] Tolsburg: ein alter ganz herabgekommener Hafenort in der Nähe von Port Kunda. L.
[77] Tont war sonst bei den Esten ein Geist, der dem Hause Schätze zubrachte und deshalb auch schlechtweg meddaja d. h. Zuführer heißt. Jetzt bedeutet tont ein (gefürchtetes) Gespenst. Die Tonttu kamen auch in der finnischen Mythologie in der Bedeutung schützender und helfender Hausgeister vor. Das Wort hängt nach alten Autoritäten mit dem schwedischen tomtkubbe, tomtkarl, tomtrå-»lar« zusammen. Vgl. noch über den, in mancher Beziehung verwandten kratt (schwed. skratt) eine Reihe von Sagen bei Rußwurm, Sagen aus Hapsal &c., Reval 1861, S. 107-111. Desselben Eibofolke Th. 2, S. 241-248. Bd. 1 dieser Märchen, S. 32, Anm. 1. L.
[78] Der Herausgeber, Dr. Kreutzwald, macht zu diesem und den folgenden Sagen nachstehende Bemerkung (in estnischer Sprache): »Die folgenden alten Erzählungen haben sich als unvergängliche Ehrendenkmale für die Erbherren von Palms im Gedächtniß des Volkes erhalten. Meines Wissens giebt es hier zu Lande kein anderes Adelsgeschlecht, welchem die alten Sagen einen solchen Ehrenkranz geflochten haben, als das Geschlecht der Barone Pahlen. Wo Hörige ein derartiges Gedächtniß für ihre Herren bewahren, da darf man wohl den Schluß ziehen, daß jene Männer Freunde des Volkes waren und daß das Band, welches sie mit dem Volke verknüpfte, ein solches war, wie es zwischen Eltern und Kindern besteht.« L.