Der 1. Hirt.

Wir armen Schäfersleut sind wohl auf dieser Erden
von der geringsten Art, die kaum genannt mag werden.
Im Sommer über liegen wir wohl auf dem freien Feld,
haben wenig Brot und auch dazu kein Heller Geld,
im Winter aber müssen wir viel Kält und Frost ausstehen,
und dürfen überdies noch keine Nacht zu Bette gehen.
Der Wolf schleicht um die Schafe bald nieder, bald auf.
Drum heißt es, ihr Schäfersleut habt fleißig acht darauf.

Der 2. Hirt.

Ich lasse nicht alle Hoffnung schwinden,
dieweil wir nun von unsern Sünden
so Gott uns will durch wahre Buß bekehren
so wird er uns viel Guts bescheren.

(Die Orgel beginnt sehr leise zu spielen: Vom Himmel hoch da …)

Halt an, halt an, was hör ich klingen
und fröhlich in den Lüften singen?

Der 1. Hirt (weckt den 3.)

Auf auf Gespann, die Nacht ist schon vergangen,
wir wolln mit Freuden wieder einen neuen Tag anfangen,
dieweil wir nun die Pflicht der Ruh genossen,
so wolln wir säumen nicht, doch längst schon unverdrossen
des Höchsten Ruhm erhebe sich
mit Danken und mit Beten;
allein, was seh ich doch
von dorther zu uns treten?
Weil dann die Furcht mit Schrecken gar kein Ende nimmt,
schaut her, der helle Glanz, der jetzt herzu uns kimmt!

Der kleine Engel, auf dem Felsen stehend.

(Die Hirten, in malerischen Stellungen, starren erschrocken zu ihm auf.)