Hosianna, Davids Sohn, kommt in Zion eingezogen.
Dann geht der Schriftgelehrte ins Zimmer und spricht:
»Geliebte in dem Herrn!
Wir treten hier ein ohn allen Spott.
Einen schönen guten Abend, den geb Euch Gott
einen schönen guten Abend, eine fröhliche Zeit,
die Sie und Ihre Kinder erfreut.
Geliebte in dem Herrn! Wir sind heut hier versammelt, den großen Gedächtnistag unseres Erlösers mit unseren Mitchristen feierlich zu begehen und denselben, wie sichs bei Christis Geburt hat zugetragen, deutlich ans Herz zu legen und vor Augen zu stellen. Denn es ist ein Tag, den der Herr gemacht, sei Lob in alle Welt gebracht. Das laßt uns freuen und fröhlich sein und Gott die Ehre geben. Ja
Wie groß ist dieser Freudentag,
daran man sich versammeln mag,
zu loben unsern Gott allein,
der jetzt sein Volk läßt fröhlich sein.
Uns Menschen aber sei bewußt
die wundersüße Weihnachtslust.
Wir fangen an mit frischem Mut,
Euer Jesulein, das höchste Gut!
Dann singen alle Beteiligten den Vers: »Wachet auf, ruft uns die Stimme!« Nun treten die Schäfer auf. Das Stück trug schon zu Mosens Zeiten alle Zeichen des Verfalls, zusammengeflickt und verwirrt muß es gewesen sein, sodaß Mosen auf eine vollständige Wiedergabe verzichtet.
Vollständiger ist das
Zschopauer Spiel[12]
erhalten, von dem Mosen einige Stücke mitteilt. Dieses Weihnachtsstück führt den Namen »Die Ankunft Jesu«. Es ist von 1861 an des öfteren aufgeführt worden, nachdem es lange Jahre geruht hatte. Eine einfache Bühne wurde mit Hilfe von zwei spanischen Wänden hergestellt, über die der Stern emporgehalten wurde. Der Engel erschien von wirksamen Kolofoniumblitzen begleitet. Das Stück beginnt mit der Herbergsszene. Der Wirt weiß nicht, wie er seine Gäste unterbringen soll. Er spricht:
Ich weiß nicht, wie es werden soll,
die Stuben sind nun alle voll,
und kommen dennoch stündlich Leute.
Der Kaiser schreibt die Schatzung aus,
und dieses geht von Haus zu Haus!
ich weiß nicht, wo ich Raum bereite.