Der 1. König.
Ich will mich einmal sehen um,
wie das Gestirne läuft herum,
das ich wahrhaftig schreiben kann,
was sich das Jahr hat zugetran –
Man sagt, es sey ein neuer König geboren,
dieser König ist gewiß geboren schon
ach! schön bist du und glänzest hell –
Glück zu, ihr drey weisen Gesell!
Der 1. Schäfer (im weißen Gewand in gelben Hosen, runder Mütze, wie ein Schachthut geformt, die mit Goldpapier besetzt war und mit einem grünen Stab in der Hand):
Wir armen Schäfersleut sind wohl hier auf Erden
von der geringsten Art, die kaum genannt mag werden.
Im Sommer über liegen wir wohl auf dem freyen Feld.
Haben wenig Brot und auch dazu kein Heller Geld,
im Winter aber müssen wir viel Kält und Frost ausstehen,
und dürfen überdies noch keine Nacht zu Bette gehen.
Der Wolf schleicht um die Schafe bald nieder bald auf
drum heißt es, ihr Schäfersleut, habt fleißig Acht darauf!
Der 2. Schäfer.
Ich lasse nicht alle Hoffnung schwinden,
dieweil wir nun von unsern Sünden
so Gott es will durch wahre Buß bekehren
so wird er uns viel Guts bescheren.
Halt an, halt an, was hör ich klingen
und fröhlich in den Lüften singen?
Dies ist das liebe Engelein,
dies, dies wird der rechte Bote seyn.
Der 1. Schäfer.
Auf, auf Gespann, die Nacht ist schon vergangen,
wir wolln mit Freuden wieder einen neuen Tag anfangen,
dieweil wir nun die Pflicht der Ruh genossen,
so wolln wir säumen nicht, doch längst schon unverdrossen
des Höchsten Ruhm erhebe sich
mit Danken und mit Beten.
Allein, was seh doch,
die dort herzu uns treten?
Weil dann die Furcht mit Schrecken gar kein Ende nimmt,
schaut her, der helle Glanz, der jetzt herzu uns kimmt.
Der kleine Engel.