„Garnicht weit von hier. Ich beabsichtige nur, euch zum Palast unserer Meereskönigin Otohime zu führen und euch dort Wunderdinge zu zeigen!“

„Das ist ganz unmöglich“, erwiderte Urashima, „denn ich kann nicht so schnell schwimmen und nicht so gut tauchen wie ihr und was schließlich die Hauptsache ist, ich kann ja im Wasser nicht atmen und dich deshalb nicht auf den Meeresgrund begleiten!“

„Macht euch deshalb keine Sorge, Urashima“, entgegnete die Schildkröte, „steigt auf meinen Rücken und das weitere werdet ihr sehen!“

„Aber mein Boot — —“ meinte Urashima bedenklich.

„Das findet ihr hier wieder, ich führe euch zurück!“ unterbrach ihn das Tier.

„Aber du bist so klein, du kannst mich nicht tragen!“ rief Urashima noch immer bedenklich.

Da rauschte es im Wasser, die Schildkröte dehnte und streckte sich und staunend sah Urashima, wie sie sich immer mehr vergrößerte, bis sie die gleiche Größe des Bootes hatte, dann fragte sie lachend:

„Nun? — Bin ich noch zu schwach für dich?“ Da schwanden Urashima alle Bedenken, flugs stieg er aus seinem Boote, nachdem er dasselbe sicherheitshalber verankert hatte und nahm auf dem Rücken des Tieres Platz.

„Halte dich nur recht fest und fürchte dich nicht!“ Nach einiger Zeit rief die Schildkröte: „Nun schließe fest die Augen und öffne sie nicht eher, als bis ich es dir sage. Auch halte ein Weilchen den Atem an, es dauert nicht lange!“

Urashima tat, wie ihm geheißen und dann fühlte er, wie das Tier im Wasser versank; das Wasser rauschte und brauste um seine Ohren; ängstlich klammerte er sich mit beiden Händen an das Schild seines sonderbaren Reitpferdes; aber eingedenk der Mahnung behielt er die Augen geschlossen und hielt den Atem an.