Der Landmann befühlte seine Wange, sie war ganz glatt und hatte keine Spur der Geschwulst mehr, nicht einmal eine Narbe; er war darüber außerordentlich froh und nahm sich vor, diesen Platz in Zukunft zu meiden und den Kobolden aus dem Wege zu gehen; denn er hatte gar kein Verlangen die Geschwulst wieder zu bekommen.
Er ging also zufrieden nach Hause, wo alle ihn verwundert anstaunten, daß er seine Geschwulst ohne jede Spur verloren hatte. Er erzählte dann, welches Glück ihm die Kobolde für sein Tanzen bereiteten, verschwieg aber kluger Weise, daß sie ihm die Geschwulst nur als Unterpfand für sein Wiederkommen abgenommen hatten.
Nun wohnte in dem Dorfe noch ein Landmann mit einer Geschwulst auf der Wange. Dieser hatte die Geschwulst auf der linken Seite.
Als er von dem Glück seines Nachbarn hörte, wollte auch er seiner Geschwulst los werden und ließ sich den Platz genau beschreiben, wo der erste Landmann die Kobolde getroffen hatte.
In der Nacht ging er dorthin und traf die Kobolde auch wirklich an. Er wollte aber erst hören, was sie sagten und versteckte sich daher in dieselbe Höhlung, in der in der Nacht vorher der andere Landmann gesteckt hatte.
Die Kobolde aber sprachen nicht viel, sondern schauten sich von Zeit zu Zeit erwartend um, bis endlich einer sagte: „Unser Freund von gestern scheint heute nicht zu kommen!“
Als dies der Landmann hörte, sprang er tanzend hervor und rief: „Da bin ich schon!“
Nun freuten sich alle, gaben ihm zu trinken und forderten ihn dann auf wieder seine Kunst zu zeigen.
Er war aber ein ungeschickter Tänzer; auch konnte er nicht viel Sake vertragen, sodaß sein Tanz noch ungeschickter war und er steif und torkelnd umherhopste. Es war den Kobolden kein Vergnügen, dem Manne zuzuschauen und so riefen sie: „Du bist heute nicht so geschickt wie gestern und wir haben heute keine Freude an deiner Gesellschaft. Mach, daß du fort kommst und laß dich nie wieder bei uns sehen; da wir von dir keine Erinnerung wünschen, so hast du hier deine Geschwulst wieder!“
Der eine Kobold zog sie aus der Tasche und warf sie dem verdutzten Manne ins Gesicht, klitsch — klatsch — saß sie an der rechten Wange. Dann stieß man ihn fort und er mußte jetzt mit zwei Geschwülsten heimkehren. —