So erwies sich ein Sperling dankbar und besserte die Frau, die ihm die Zunge abgeschnitten hatte, durch den furchtbaren Schreck, den sie nie vergaß.
[A.] Ein paar Buchstaben sind hier ausgefallen:
[ Die geplagte Krabbe.]
n uralten Zeiten, als die Tiere noch wie die Menschen lebten, Häuser bauten und Felder bestellten, lebte einmal in einem kleinen, sauberen Häuschen eine Krabbe, dicht an einem Berge und zwar an dessen Schattenseite, weil es dort nicht zu heiß wird, sondern immer hübsch kühl und feucht bleibt, wie es die Krabben lieben. Diese Krabbe war eine fleißige und tüchtige Hausfrau, die sich mit ihrer Hände Arbeit mühselig aber redlich durchs Leben schlug, dabei ihr Häuschen stets in Ordnung hielt und so von früh bis spät beschäftigt war. Eines Tages nun hatte es sich ein Pilger im Schatten nahe bei ihrem Hause bequem gemacht und sein Mittagsmahl gehalten. Als er wieder weiter wanderte, ließ er einige kleine Reste gekochten Reises liegen und die Krabbe hatte nichts eiliger zu tun, als diese Reste in ihr Häuschen zu schaffen. Dies hatte aber ein Affe beobachtet, der ebenfalls Appetit auf Reis hatte. Er kam schnell herbei und schlug der Krabbe vor den Reis zu teilen. Die gutmütige Krabbe war dazu gern bereit, aber die Hälfte des Restes war dem Affen doch zu wenig, um seinen Appetit zu befriedigen und so schlug er vor, die Krabbe solle ihm den ganzen Rest des Reises geben, wofür er ihr eine Hand voll Kakikerne geben wolle. Er hatte nämlich kurz vorher eine rote, saftige Kaki[1] gegessen und die Kerne aufgehoben: Man sieht, der Affe war ein schlauer Patron und dachte die Krabbe zu überlisten.
Die Krabbe ging auch auf den Tausch ein und nahm die Kakikerne in Empfang, während der Affe den Reis empfing, den er sogleich verzehrte und sich dann, die dumme Krabbe verspottend, lachend entfernte. Die Krabbe war aber gar nicht so dumm als der Affe dachte; sie wußte sehr wohl, warum sie den Tausch annahm. Nachdem sich nämlich der Affe entfernt hatte, ging sie in ihren Garten, der sich vor ihrem Häuschen befand, wählte dort eine schöne Stelle gerade am Eingange und pflanzte dort die Kerne ein, dann trug sie Wasser aus dem nahen Bache herbei und goß dieses auf die eingepflanzten Kerne. Dann sorgte sie tagtäglich, daß der Platz ungestört blieb und hatte endlich die Freude zu sehen, daß aus einem der Kerne wirklich ein Pflänzchen emporschoß.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich aus dem zarten Pflänzchen, dank der Sorgfalt und Pflege, die die Krabbe darauf verwendete, ein recht kräftiger Kakibaum, der auch bald schöne, saftige Früchte, so süß wie Ame[2] trug, und dessen Zweige der Krabbe überdies reichlich Schatten spendeten.
So verging eine geraume Zeit. Eines schönen Tages aber spazierte unser Affe vorbei und sah mit großem Erstaunen den schönen Kakibaum voll herrlicher Früchte. Er trat näher, begrüßte die Krabbe mit ausgesuchtester Höflichkeit und fragte, wie dieser Baum hieher komme, wo doch früher nicht einmal ein Strauch war. Die Krabbe erzählte mit großer Befriedigung, daß der Baum aus einem der Kerne ersprossen sei, die sie vor Jahren von dem Affen gegen den Reis eingetauscht habe. „So, so!“ meinte da der Affe, „dann wäre es ja eigentlich mein Baum und die Früchte wären ebenfalls mein Eigentum!“