»Sind Sie bei Trost?« rief Salander. »Ihre Buchen schützen ja allein Haus und Garten samt der Wiese vor den Schlamm- und Schuttmassen, die der abgeholzte Berg herunterwälzen wird!«

»Das ist mir Wurst!« erwiderte der jugendliche Notar in nachlässigem Tone. »Dann zieht man weg und verkauft den ganzen Schwindel! Es ist ja langweilig, immer am gleichen Ort zu hocken.«

Salander dachte sein Teil und gab keine Antwort. Frau Setti ließ während Isidors Mitteilung ein paar Worte des Erstaunens hören und verriet so, daß sie von dem bevorstehenden Holzschlage noch gar nichts wußte, was ein neues Anzeichen von des Mannes Lebensart war. Sie schwieg daher auch und sagte nur noch: »Adieu, du schönes Lautenspiel!«

»Woher heißt es eigentlich hier im Lautenspiel?« fragte die hinzutretende Mutter. »Das mag der Henker wissen, ich könnt’ es nicht sagen! In den Grundbüchern heißt es nur: Haus und Hofstatt genannt im Lautenspiel, und ebenso in meinem Kaufschuldbrief,« erklärte Isidor.

»Hast du denn nicht gehört, was sie in der Gegend davon erzählen?« fragte Frau Setti. »Nein, ich habe gar nie danach gefragt! Woher soll es denn kommen? Woher heißt es denn bei uns im Zeisig und im roten Mann? Von irgend einer Dummheit!«

Und nun erzählt Frau Setti zur Erklärung des Flurnamens die alte Geschichte vom geizigen Junker und seinen sechs schönen Töchtern.

Was erleben die Salandrischen dann auf dem Lindenberg? Julian kommt aus dem Wald zurück.

Er schüttelte die Weidtasche auf den Tisch aus und über dreißig arme Vögel mit verdrehten Hälschen und erloschenen Guckaugen, Drosseln, Buchfinken, Lerchen, Krammetsvögel und wie sie alle hießen, lagen als stille Leute da und streckten die starren Beine und gekrümmten Krällchen von sich.

»Sie werden sehen, Mama, die Dinger schmecken Ihnen wie Marzipan, wenn sie mürb und gut geraten sind! Ich will aber selbst zusehen! Hat’s etwas Speck in der Küche, Frau?«

»Bitte, Herr Sohn, beeilen Sie sich nicht!« sagte Frau Salander, »wir essen jedenfalls nicht mit, mein Mann und ich, wir sind vollkommen satt und wollen noch mit dem letzten Zuge fort!«