Wir geben jährlich vier Hefte heraus,
so daß uns diese vier Hefte jährlich 900 000 M. kosten.
Das ist der heutige Preis, in acht Tagen ist er wieder gestiegen, in vierzehn Tagen weiter und schwindelnde Zahlen werden wir am Ende des Jahres sehen.
Nicht verschweigen möchten wir, daß eine sächsische Firma, die nicht genannt sein will, uns zu diesen Kosten unserer Veröffentlichungen jährlich 100 000 M. in dankenswerter Weise stiftet, so daß sich der jährliche Gesamtaufwand auf 800 000 M. erniedrigt.
Aus diesen Zahlen bitten wir unsere geehrten Mitglieder und Freunde zu ersehen, welche schweren Kämpfe ums Dasein unsere Bewegung führt. Wenn wir bis heute durchkamen, so war es der zähe, unbeugsame Wille: »Durchhalten« und das tiefsinnige stolze Wort »Dennoch«.
Wie lange es noch gehen wird, wissen wir nicht. Müssen wir die Herausgabe unserer Veröffentlichungen einstellen, dann ist unser Verein eine Kirche ohne Glocke. Wir werden weiter arbeiten und weiter kämpfen, aber wir können von den Schönheiten unserer Heimat nichts mehr berichten, können sie nicht mehr in Bildern zeigen, weil uns das Organ fehlt.
In schwerer Zeit, in düsteren Stunden richten wir an unsere Mitglieder die aufrichtige und herzliche Bitte,
uns einen in ihr Ermessen gestellten Sonderbeitrag zur Erhaltung der Heimatschutzmitteilungen freundlichst zu gewähren,
der unabhängig von den Mitgliedsbeiträgen gezahlt und verbucht werden soll. Wir hoffen, daß diese Bitte nicht ungehört verhallen wird. Gebe jeder nach seiner wirtschaftlichen Lage. Wenn uns von seiten der Großindustrie reiche Unterstützungen zuteil würden, ähnlich dem hier angeführten Fall, dann wird es uns vielleicht gelingen, die sächsischen Heimatschutzmitteilungen, die seit 1908 erscheinen und viele tausende unserer Mitglieder und Freunde erfreuten, weiter zu erhalten zum Besten unseres Heimatlandes!
Dresden, im Juni 1922