Ich hasse Lieder und Schalmei, und Klagen sind mir lieber.
Ach Gott, wer hätte das gedacht, als ich sie dankbar küßte,
Daß ich so bald die grüne Tracht in Schwarz verwandeln müßte.
Geduldig war sie wie ein Lamm, tat niemand was zu Leide,
Sie war so fromm, so tugendsam, zu aller Menschen Freude.
Und wenn sie kam, da konnte man die Blicke nicht vertragen,
Und wenn sie lachte, mußte man die Augen niederschlagen.
(Wittgendorf.)
Eine Totenklage ist auch das Lied, das in dem bekannten Volksliederbande der Blauen Bücher (Karl Robert, Langenwiesche: Von Rosen ein Krentzelein) unter der Überschrift: »Der Trauernde« (21.–30. Tausend, S. 96) abgedruckt ist. Die von mir aufgezeichnete Lesart ist ausführlicher, verrät aber in einigen dialektischen Wendungen noch den süddeutschen Ursprung.
Die alte Weisheit des Nibelungenliedes: als ie diu liebe leide z’aller jungeste gît, wird lebendig in dem Abschiedsgespräch zwischen einem Burschen, der wandern will, und seinem Mädchen: