Im Gegensatz hierzu steht der Eintrag des Schwagers Heinrich Christian August von Tümpling, der sich an das Altüberlieferte hält:
Wir Kinder wollen’s so wie unsre Väter halten;
Treu, redlich, ohne Falsch, so hielten ’s auch die Alten.
Nüchterner Rationalismus und schwärmerische Sentimentalität hielten sich – das geht auch aus unseren Einträgen hervor – im Zeitalter des Rokoko die Wage. Aber es hatte sich auch schon ein drittes gemeldet. Friedrich der Große hatte an die Pforten der Zeit geklopft. Mannesmut, Ehre, tätiges Leben wurden nun wieder erstrebenswert. Auch dies hat seinen Niederschlag im Stammbuch gefunden:
Die Ehre kennt keinen Obern. Wer ihr zum Nachteil was gebeut,
Den fürchte nicht, wenn dich dein Leben zum Schutz der Ehre nicht gereut.
(Logau.)
Das Genie ist ein mutig Pferd, geht immer seinen stolzen, sichern Gang vor sich hin, sprengt weg über alles, was ihm im Wege steht, über Gräben und Hügel, Felder und Gebüsch – wohl ihm, wenn es nie zu kurz faßt! –
Wer gern zu tun hat, dem gibt Gott zu schaffen.
(Eintrag Goethes.)