Bodenstädt, Johann Dietrich. Porträtmaler im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts in Mitau. Er wird als „Conterfeyer“ aus Hannover bezeichnet und war aus Finnland nach Mitau gekommen, wo er sich verheiratete und am 4. Oktober 1714 seinen Sohn Georg Gottfried taufen liess.
Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche zu Mitau. (J. Döring).
Boltho v. Hohenbach, Alma Willy. (s. [Klot].)
Borchert, Bernhard Christian. Maler und Illustrator. Geb. 1. Dezember 1863 in Riga, trat 1883 in die Akademie zu Petersburg, erhielt hier 1885 für ein Bild Judith mit dem Haupte des Holofernes die silb. Medaille und 1886 für sein Bild aus dem Leben des Wladimir Monomach eine Geldprämie. Um dieselbe Zeit wurde er Mitarbeiter an verschiedenen in deutscher und in russischer Sprache erscheinenden illustrierten Journalen: Задушевное слово, Всемірная иллюстрація, Gnom und Pipifax. 1892/93 war er für einen Privatmann in Magdeburg beschäftigt, ging von dort auf kurze Zeit nach München und unternahm dann eine grössere Studienreise in den Kaukasus. B., der seine Sujets mit Vorliebe der Märchenwelt und dem Frauenkreise entnimmt, hat sich namentlich durch seine meisterhafte Beherrschung der Pastelltechnik einen weiten Ruf erworben. In den letzten Jahren als Lehrer an der Rigaschen Kunstschule tätig und wiederholt auf Studienreisen in Frankreich. Von seinen zahlreichen Werken nennen wir: Griechischer Flötenbläser. — Wandernde Tataren. — Persischer Teppichhändler (in Rigaschem Privatbes.). — Froschkönig. — Morgentau. — Moornixe. — Abendsonne. — Deutsche Ordensritter durch einen Wald reitend. — Panischer Schrecken. — Betendes Mädchen. — Wunderblume. — Im Paradiese. — Der Kuss. — Für die baltische Jugendschrift lieferte B. in den Jahren 1897–1900 den grössten Teil der Illustrationen.
Borchert, Eva, s. [Schweinfurth, Eva Margarethe].
Borsow, Alexander Nikolaus v. Landschaftsmaler. Geb. 1854 zu Marzen in Livland, gest. 30. Januar 1895 in Riga. Erhielt den ersten Kunstunterricht in Riga und bezog 1879 die Düsseldorfer Akademie. Er errichtete sich in Düsseldorf ein Atelier, kehrte aber 1893 nach Riga zurück, wo er sein Leben in kümmerlichen Verhältnissen beschloss. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: Am Stintsee. — Tannenwald an der Ostsee. — Nach Sonnenuntergang. — Blick auf die Ostsee. — Abend an der Düna bei Stockmannshof. (Bes. Städt. Museum in Riga).
Rigasche Ztg. 1881 Nº 25; 1882 Nº 238, Nº 243, Nº 248; 1884 Nº 12 u. Nº 136. Dünaztg. 1892 Nº 121; 1893 Nº 230.
Bosse, Anton Georg. Geschickter Kunstdilettant. Geb. 7. März 1792 in Livland; gest. 29. April 1860. Studierte von 1812–1814 Theologie in Dorpat und übte sich unter [K. A. Senff] gleichzeitig im Zeichnen und Malen, wurde 1815 zum Prediger in Dickeln (Livl.) ordiniert und 1819 nach Wohlfahrt (Propstei Walk) versetzt. 1856 emeritiert. Seine bedeutendste Arbeit ist das Altargemälde mit der Auferstehung Christi in der 1821 geweihten Kirche zu Wohlfahrt; ausserdem hat er mit vielem Geschick viele seiner Gemeindeglieder porträtiert, deren Bildnisse im Wohlfahrtschen Kirchenarchiv aufbewahrt werden.
Rigasche Stadtbl. 1821 S. 426.
Bosse, Eduard Georg. Maler. Geb. 25. Jan. 1810 in Riga als ältester Sohn des Malers [Ernst Gotth. B.]; gest. 3. April (22. März) 1859 in Florenz. Erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater und besuchte seit 5. X. 1825 die Dresdner Akad., die er jedoch schon Michaelis 1827 wieder verliess, um sich einem anderen Studium zuzuwenden. 1830–1833 widmete er sich in Dorpat dem Studium der Nationalökonomie, wandte sich dann aber wieder der Malerei zu. Er besuchte England und Schottland, lebte dann in London als viel beschäftigter Maler und siedelte 1858 nach einem kurzen Aufenthalt in Paris nach Florenz über.