D. A. Rowinsky. Подробный словарь. — Magazin des Auslandes 1845 S. 92. — Rigasche Stadtbl. 1844 S. 364.
Clodt v. Jürgensburg, Michael Baron. Landschaftsmaler. Geb. 1832 in Petersburg als Sohn des Generalmajors [Konstantin C. v. J.], trat 1851 in die Petersburger Akademie, erwarb sich die üblichen Medaillen, erhielt 1858 für ein „Motiv aus Segewold“ den Künstlergrad I und ging als Pensionär der Akademie ins Ausland. Er besuchte die Schweiz und Frankreich (Normandie), kehrte aber schon 1861 nach Russland zurück, um hier Landschaftsstudien zu treiben. Für seine Bilder „Das Aatal bei Segewold“ und „Nacht in der Normandie“ wurde er 1862 zum Akademiker und 1864 für ein Landschaftsbild aus dem Oreler Gouvernement zum Professor ernannt. 1872 wurde er Vorstand der Klasse für Landschaftsmalerei an der Akademie. Von seinen zahlreichen Arbeiten nennen wir: Motiv von der Insel Walaam, 1857 gem. (Bes. Gal. Soldatenko, Petersburg. Abb. in наши художники S. 190). — Drei Normannische Landschaften, 1888. (Bes. Konsul N. Koch, Reval). — Das Aatal bei Treyden, 1861. (Bes. Kokorew, Petersburg). — Motiv aus dem Oreler Gouvernement, 1865. (Bes. Charin, Charkow). — Herbsttag, 1867. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau). — Sonnenuntergang, 1868. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau). — Eichen. (Bes. Mus. Rumjänzew). — Kühe im Sumpf. (Bes. Fürst Paskewitsch). — Rückkehr vom Felde, 1868. (Erworben von Baschmakow). — Weg im Birkenwalde. (Bes. Graf Strogonow). — Herbst. (Bes. G. Frenkel, Warschau). — Herde im Wasser. (Bes. Grossfürst Nikolai Nikolajewitsch). — Fichtenwäldchen. (Bes. Fürst Kotschubei). — Abendmotiv aus dem Tulaschen Gouvernement. (Bes. Gladin, Petersburg). — Am Pfluge, 1873. (Bes. Fürst Paskewitsch. Abb. in наши художники S. 90, radiert vom Künstler). Birkenwäldchen. (Bes. Oestreich, Petersburg). — Wäldchen am Fluss, (Bes. Gisiko, Petersburg). — Dorf mit heimkehrender Herde, (Bes. Gisiko, Petersburg). — Wäldchen mit Kuhherde, 1888. (Bes. O. Gregory, Reval). — Waldferne, 1878. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau). — Die Wolga bei Simbirsk, 1882. (Bes. Grossfürst Wladimir Alexandrowitsch).
Rigasche Ztg. 1873, 24. u. 28. März. — Dioskuren 1868 S. 57. — Наши художники I S. 189.
Clodt v. Jürgensburg, Michael Baron. Genremaler und Radierer. Geb. 17. Septemb. 1835 als Sohn des Bildhauers [Peter C. v. J.] in Petersburg. Er erhielt den ersten Kunstunterricht von dem Maler A. Agin und trat 1852 in die Petersburger Akad., wo er Schüler des Prof. Markow wurde. Zu weiterer Ausbildung ging er 1855 nach Paris und erhielt 1860 für ein von dort der Akad. zugesandtes Bild die kl. gold. Med., 1861 die gr. gold. Med. und 1863 ein Reisestipendium für drei Jahre. Von Paris ging er nach München, wo er sich an den Tiermaler Friedrich Voltz anschloss, und gleichzeitig in den Ateliers von Piloty und Kaulbach arbeitete. 1865 kehrte er nach Petersburg zurück, und erhielt hier ein weiteres Stipendium zu Studienreisen im Reich. Er besuchte Moskau, Wladimir, Nischni-Nowgorod und das Oreler Gouvernement und beschäftigte sich vielfach mit der Aufnahme von Kunstgegenständen in Kirchen und öffentlichen Gebäuden. Die Früchte dieser Studien trugen ihm den Rang eines Akademikers ein und zugleich einen Teil der Pension, die sein Vater bis zu seinem Tode bezogen hatte. Clodt gehört zu den ersten russischen Künstlern, die sich der Malerradierung zuwandten. Sein Lehrer in der Kunst des Radierens war A. J. Somow. Er lebt in Petersburg. Von seinen Gemälden seien genannt: Der kranke Musikant, 1859. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau.) — Der letzte Frühling, 1861; erworb. v. d. Gal. Tretjakow. — In der Schneiderwerkstatt eines Franziskanerklosters, 1865; erworb. v. [A. Beggrow]. — Der heil. Franziskus, gem. f. das Franziskanerkloster in München. — Schneidernder Mönch, 1868. (Bes. Galerie Soldatenko). — Die Gratulation bei der Wöchnerin, 1865 gem. Der Künstler erhielt dafür den ersten Preis der Gesellsch. z. Förderung der Künste. — Der Antiquar, 1870. Geldprämie der Akad. Auch vom Künstler lithogr. — Drei Juden, 1870, s. Radierung Nº 9. Auch vom Künstler lithogr. für das von Ilin herausg. Werk Худож. Автографъ 1870. — Die Wöchnerin, 1872. (Bes. Wargunin, Petersb.) — Auf der schwarzen Bank. Szene aus einer estländischen Landkirche. 1872 von d. Akad. erworb. Abb. in Наши художн. I S. 318. — Jäger auf dem Anstande. — Der Scherenschleifer. — Auf der „Datsche“ 1873. Diese Bilder sind auch vom Künstler radiert; s. Nº 16–18. — Die Soldaten kommen; gem. 1874 (Ausgest. im K.-V. Riga, 1875). — Vor der Abreise; gem. 1878. (Bes. Gal. Tretjakow, Moskau.)
Radierungen.
1) Das Innere des Zimmers Peters d. Grossen in Monplaisir, 1861. 2) Kopf eines Mannes und einer Frau, 1861. 3) Brustbild eines Mönchs, 1861. 4–5) Ein Schmied bei der Arbeit. Kornernte. Beide Darstellungen auf einer Tafel nach Charles Emile Jacque, bez. M. Klodt. fec. 1863. 6) Seni vor Wallensteins Leiche; bez. М. Клодтъ. 1866. 7) Junge Dame mit Hut und Muff (unvollendet); bez. М. К. 1870. 8) Alte Frau am Fenster Wäsche zusammenlegend; bez. М. Клодтъ, Грав. 1870. 9) Drei Juden; bez. М. П. Клодтъ. Sc. und noch einmal auf einem Fass: М. К. 1870. 10) Kopf des Seni (wie Nº 6); bez. М. К. Sc. 1870. 11) Kapuziner am Fenster; bez. М. П. Клодтъ 1870. 12) Ecke in einem Hühnerstall; bez. М. Клодтъ. 1870. 13) Der Antiquar; bez. съ Карт. М. 1870 г. М. П. Клодтъ. 1870 (unvollendet). 14) Genreszene; bez. М. П. Клодтъ. 1870. 15) Peter I. in seinem Zimmer in Saardam; bez. М. Клодтъ 1872. Beilage zum Album: Памяти Петра Велиаго Спб. 1872. 16) Jäger auf dem Anstande; bez. М. Клодтъ 1872. Beilage zum Вѣстник изящи, искусствъ, herausgeg. v. Somow. 1887. Kleine Wiederholung im Kat. d. Aust. v. 1873; bez. M. K. inv. aqua f. 18) Der Drechsler; bez. 1873. K. M. aquaf. — Auf der Datsche; bez. M. K. inv et aqua f. Im illustr. Kat. d. A. aust. v. 1873. 19) Titelbild des Albums russischer Radierer; bez. М. Клодтъ del et sculp. 20) Eine Dame einen Brief schreibend; bez. M. K. 1874. Im Oval, Crayonmanier. 21) Die Kassiererin; bez. М. Клодтъ f. 1874. (Darunter ein russischer Vers) 22) Der Satte. Ein katholischer Mönch eingeschlafen in der Ecke eines Gemachs; bez. М. Клодтъ. del. et. sc. 1874. Vom Künstler 1875 zum Besten der von der Missernte Betroffenen gestiftet. 23) Mönch in der Kapuze; bez. МК. Клодтъ f. 24) Dasselbe Sujet mit der Bezeichn. М. Клодтъ. 1888. Beilage zum Вѣстн. изящн. иск. 1889. 25) Betender Jude; bez. М. Клодтъ. 1888. Beilage zu dems. Werk 1888. 26) Der Bildhauer P. Clodt ausruhend; bez. М. Клодтъ 1889. Beilage zum Вѣстн. изящн. иск. 1890.
Dioskuren 1866 S. 51, 307; 1867 S. 360. — Rigasche Ztg. 1873 24. u. 28. März. — Наши художн. 1. S. 188 ff. — D. A. Rowinsky: Подробн. словарь etc.
Clodt v. Jürgensburg, Peter Jakob. Bildhauer. Geb. 24. Mai 1805 in Petersburg; gest. 6. November 1867 auf dem Gute Chalala in Finnland. Er erhielt seine Erziehung in der Militärschule zu Omsk, kam 1822, nach dem Tode seines Vaters, des Generals Karl C. v. J. aus Omsk nach Petersburg, trat hier in die Artillerieschule und wurde 1826 Fähnrich in der Garde-Artillerie, beschäftigte sich aber schon damals in seiner vom Dienste freien Zeit mit Zeichnen und Holzschnitzerei, wobei besonders die Darstellung des Pferdes sein Lieblingsthema bildete. Durch ein in Holz geschnitztes russisches Bauerngespann, das er dem Knaben eines befreundeten Hauses geschenkt und dadurch die Aufmerksamkeit einiger Kunstkenner auf sich gezogen hatte, ferner durch ein Paar in Holz geschnitzter Pferde, die er während der Lagerzeit in Krasnoje-Sselo ausgeführt hatte und in die Hände der Grossfürsten Michael und Nikolai Nikolajewitsch gekommen waren, wurde sein Talent bekannt. Auch der Kaiser Nikolaus I. wurde auf ihn aufmerksam, erteilte ihm kleine Aufträge und beurlaubte ihn zur Vollendung seiner künstlerischen Ausbildung aus dem Militärdienste. Er besuchte darauf die Akademie in Petersburg, wurde 1833 zum Akademiker und 1838 zum Professor ernannt und gleichzeitig mit der Leitung der Skulpturklasse der Akademie und mit der Direktion des Giesshauses betraut. 1848 zum ord. Professor befördert. Mitglied der Akademie zu St. Lukas in Rom 1852; der Berliner und der Pariser Akademien 1853. Seine Pferdemodelle, die sich durch ihre getreue Beobachtung des Tieres auszeichnen, sind in den meisten Akademien zu finden. Sein künstlerischer Nachlass wurde 1871 von seinem [Sohne] der Akad. in Petersburg überwiesen. Er schuf: Die Quadriga auf der Narvaschen Triumphpforte in Petersburg 1832/33. — Die Gruppen der Pferdebändiger. Von Kaiser Nikolaus 1842 dem Könige von Preussen geschenkt und in Berlin vor dem Schloss aufgestellt. 1843 wurde eine Wiederholung der Gruppe für die Anitschkowbrücke in Petersburg ausgeführt; (aufgestellt 1850). Eine zweite Wiederholung machte der Kaiser 1846 dem Könige von Neapel zum Geschenk; in Neapel aufgestellt auf der Piazza del Re. — Den Bronzelöwen für das Grabmal des Generals Karl v. Bistram. — Das Giebelrelief für das Stallhofgebäude des Grossfürsten Konstantin. (39 Menschen und 33 Pferde). 1846. — Das Relief: Der heil. Georg zu Pferde, im Georgensaal des Kremls zu Moskau, 1846. — Die Kreuztragung und die Grablegung für die Isaakskirche in Petersburg, 1846. — Eine Bronzebüste des Kaisers Nikolaus I., 1851. — Das Denkmal des heil. Wladimir in Kiew. Im Guss vollendet 1853. — Das Denkmal des Fabeldichters Krjilow, im Sommergarten zu Petersburg, 1855 aufgestellt. — Das Denkmal der Kaiserin Katharina II. für die Kolonisten im Saratowschen Gouvernement. — Das Denkmal des Hetmans Platow, für die Stadt Nowo-Tscherkask, nach einem Modell des Akademikers Tokarew. — Die Reiterstatue des Kaisers Nikolaus I. auf dem Platze bei der blauen Brücke, 1856–1859. (Der Sockel nach dem Entwurf des Architekten Montferrand; die Reliefs an demselben vom Bildhauer [Robert Salemann] aus Reval). — Die Kolossalstatue Luthers für den Grafen Meyendorff; aufgestellt auf dem Gute Kegel bei Reval; enthüllt 21. Oktober 1862. — Die Modelle zu den Sandsteinskulpturen am Äussern der Erlöserkirche zu Moskau, 1862.
Magazin für die Lit. des Auslandes 1845 S. 91. — Die Dioskuren 1868 S. 176 ff. — Schorns Kunstblatt 1843 S. 244, 294, 304; 1844 S. 19, 300, 303; 1851 S. 160; 1856 S. 292. — W. Neumann: Baltische Maler und Bildhauer, S. 77–79.