Fedders, Julius Woldemar. Landschaftsmaler. Geb. 7. Juni 1838 zu Kokenhusen in Livland, kam 1856 nach Petersburg auf die Akad. und absolvierte sie 1862 mit drei Preismedaillen; ausserdem war ihm von der Kaiserin für ein Aquarell ein Diamantring als Ehrengeschenk verliehen worden. Er übernahm nach seinem Abgange von der Akademie das Amt eines Zeichenlehrers an der Realschule zu Mitau, gab es aber 1875 auf, um in Düsseldorf weitere Studien zu machen. 1876 lebte er in Petersburg und übernahm in der Folge das Amt eines Zeichenlehrers am Volkslehrer-Seminar zu Bielgorod im Kurskischen Gouvernement. 1880 wurde er zum Akademiker befördert; 1893 zum Professor ernannt. Seit 1874 Mitgl. der Akademie zu London. Lebt z. Z. in Njeschin. Seine zahlreichen Landschaften befinden sich grösstenteils in Privatbesitz. Das städt. Mus. zu Riga besitzt von ihm eine Strandpartie von Orro.
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 157–159.
Feldmann, Alexander Wilhelm v. Militäringenieur und Architekt. Geb. 26. Mai 1790 in Reval; gest. 31. August 1861 in Petersburg, wurde am 31. August 1827 auf Befehl des Kaisers Nikolaus I. zum Oberleiter der Wiederherstellungsarbeiten an der 1820 abgebrannten Olaikirche in Reval ernannt und stand dem Bau bis seiner am 9. Mai 1831 erfolgten Versetzung nach Petersburg vor. Er lebte später als Ingenieur-General und General-Adjutant in Petersburg.
Inland 1836 S. 467 u. 469. — G. v. Hansen, Gesch. der Kirchen u. ehemaligen Klöster Revals. 1885 S. 22. — Nottbeck u. Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. 1899 II. S. 106.
Felsko, Johann Daniel. Architekt. Geb. 18. Oktober 1813 in Riga; gest. 24. September 1902. Besuchte von 1835–1840 die Kunstakad. zu Kopenhagen und wurde mit einer silb. Preismed. ausgezeichnet. Am 6. September 1843 berief ihn der Rigasche Rat zum Adjunkten des damaligen Stadtbaumeisters Grän, doch musste er merkwürdigerweise seine Befähigung zuvor durch ein Examen vor einer aus Maurer- und Zimmermeistern bestehenden Kommission dartun. Am 27. Mai 1844 bestätigte ihn der Rat im Amte eines „Stadtarchitekten“. Seine Ernennung zum Stadtarchitekten, als des ersten akademisch gebildeten Künstlers in diesem Amt, ist für die Entwicklung der Baukunst in Riga von nachhaltigem Einfluss gewesen. Am 1. April 1879 legte er sein Amt nieder. 1851 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler; 1900 wählte ihn der Rigasche Architektenverein zum Ehrenmitgliede. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehören: Das Stadtwaisenhaus in der Kalkstrasse in Riga, 1845–1846. Durch den Stadtarch. Schmaehling 1890 zur Stadtsparkasse umgebaut. — Der Erweiterungsbau des Rathauses, 1848–1850. — Die Martinskirche in Riga-Hagensberg, 1851/52. Seit 1887 durch Arch. [H. Scheel] erweitert und umgebaut. — Die St. Annenkirche in Pinkenhof bei Riga, 1853/54. — Die anglikanische Kirche in Riga, 1857–1859. — Turm der St. Johanniskirche in Riga, 1860. — Das Haus der St. Johannisgilde; begonnen 1863. — Die St. Gertrudkirche, 1864–1866. — Das Stadtgymnasium, 1865–1868. — Das Stadtkrankenhaus, 1870 begonnen, später vergrössert; publiz. in der Erbkamschen Bauztg. 1876. — Das Restaurationsgebäude im Wöhrmannschen Park, 1872. — Das Sadownikowsche Armenasyl in Riga, 1874–1876. — Die Trinitatiskirche auf Alexandershöhe, 1876–1878. — Die Stadtrealschule (früher Bürgerschule), 1876–1879. — Neubau des Aktienhauses in Dubbeln bei Riga 1878 nach dem Brande des 1848 von ihm erbauten.
Rigasche Stadtbl. 1841 S. 331, 354 u. ff.; 1845 S. 132 ff.; 1853 S. 199; 1854 S. 479; 1859 S. 272; 1864 S. 274; 1865 S. 265 ff; 1868 S. 199; 1874 S. 244 a. 245. — Inland 1843 S. 345; 1848 S. 582; 1851 S. 934; 1855 S. 9. - Rigasche Ztg. 1873 Nº 302; 1874 Nº 143; 1877 Nº 216; 1878 Nº 149; 1879 Nº 151; 1885 Nº 102 u. 103. — Rigaer Almanach 1863; 1867 S. X; 1868 S. III. IX; 1880 S. 45 u. 62. — Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1878 Nº 265. Dünaztg. 1892 Nº 162.
Felsko, Karl Johann. Architekt. Geb. 5. Mai 1844; Sohn des [Vorigen]. Bildete sich anfangs unter Leitung seines Vaters, der ihn auch gleichzeitig in die Praxis einführte und besuchte dann seit 1863 die Bauschule zu Siegen in Westfalen. 1865–66 im Bureau der Architekten von der Hude u. Hennicke in Berlin tätig, besuchte er gleichzeitig die Vorlesungen an der Bauakademie daselbst und setzte dann seine Studien an der Kunstakad. in Petersburg fort, die er 1868 mit dem Diplom eines freien Künstlers absolvierte. Seit jener Zeit in Riga als freipraktizierender Architekt tätig; versah zeitweilig das Amt eines Lehrers an der Gewerbeschule und von 1872–1882 das eines Assistenten am Polytechnikum in Riga. Von ihm ausser zahlreichen Privatwohnhäusern: Das neue Waisenhaus in Riga (Preisgekrönter Konkurrenzentwurf; in Gemeinschaft mit [K. Neuburger] ausgeführt). — Das Haus des Kurländ. Hypothekenvereins in Mitau. — Das Haus des Reyerstifts. — Das Haus des Gewerbevereins.
Nach Autobiographie.
Felsko, Oskar Eduard Daniel. Maler. Bruder des [Vorigen]. Geb. 17. Juni 1848 in Riga, war zum Studium der Pharmazie bestimmt, gab dieses jedoch früh auf, um sich auf der Petersburger Akad. mit dem der Skulptur zu beschäftigen, doch vertauschte er auch dieses nach kurzer Zeit mit dem der Malerei auf der Düsseldorfer Akad. 1879 richtete er in Riga Zeichen- und Malkurse für Damen ein und übernahm 1880 das Amt eines Konservators der städtischen Galerie. Von 1884–1891 war er als Lehrer für Freihandzeichnen am Polytechnikum tätig; seit 1891 als Lehrer und Porträtmaler in Mitau. Im Hause der grossen Gilde von ihm das Porträt des Aeltermanns Zander 1896, in der Börse zu Riga das Porträt des Kommerzienrats R. Kerkovius.
Rigasche Ztg. 1879 Nº 198; 1880 Nº 116; 1881 Nº 25 und 234; 1883 Nº 253; 1884 Nº 99; 1888 Nº 250. — Dünaztg. 1891 Nº 268. — Mitauer Ztg. 1895 Nº 4. — Rigaer Kirchenbl. 1881 Nº 52.