Graefenstein, G... Stempelschneider und Medailleur in Mitau 1762–1764. Das Mitauer Museum besitzt von ihm 11 Stempel.

Nagler, Monogrammisten II S. 947 (J. Döring).

Gräff, Anton (?) Stuckateur. Stammte aus Deutschland und war seit 1763 unter der Oberleitung des Architekten [Rastrelli] mit der Ausführung der Stuckverzierungen in den herzoglich kurländischen Schlössern zu Ruhenthal und Mitau beschäftigt.

v. d. Recke, Gesch. d. Schlosses zu Mitau in Mon. Livon antiq. — Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1877 S. 40, 43. — L. Arbusow, Auszüge aus den Bauskeschen Kirchenbüchern, ebenda, 1888 S. 28.

Grass, Karl Gotthard. Landschaftsmaler. Geb. 8. Oktober 1767 im Pastorat Serben in Livland; gest. 22. Juli (3. Aug.) 1814 in Rom, studierte, nach Absolvierung des Rigaschen Lyzeums (1786) Theologie und versuchte schon während seiner Studienzeit seine künstlerische Veranlagung durch Zeichnen nach der Natur auszubilden. Seine dichterische Begabung brachte ihn in Verkehr mit Schiller, mit dem er bis zu dessen Tode einen Briefwechsel unterhielt. Nach einer durch Deutschland und die Schweiz unternommenen Reise kehrte er 1790 nach Riga zurück, setzte hier seine künstlerischen Studien fort und erteilte auch Unterricht im Zeichnen. 1796 wurde er zum Prediger in Sunzel ordiniert, doch veranlasste ihn die unerwidert gebliebene Neigung zu einer jungen Dame einen Urlaub nachzusuchen und ins Ausland zu gehen. Er ging nach Zürich und entschloss sich hier nach schweren inneren Kämpfen zur Aufgabe des Predigeramts. Im Hause des Dichters J. G. v. Salis lebend, widmete er sich wieder der Dichtkunst und seiner Lieblingsmuse, der Malerei, auch unterhielt er einen lebhaften Briefwechsel mit Schiller, dem Maler und Altertumsforscher Heinr. Meyer und mit Konrad Gessner. 1801 begab er sich nach Paris, um sich in der Kunst ernstlich auszubilden, doch vertrieben ihn von dort die unerquicklichen politischen Zustände. Er kehrte nach Zürich zurück, lebte dort bis 1803 und ging dann nach Italien. Mit dem Schriftsteller Ph. Jos. Rehfues und den Architekten C. Fr. Schinkel und Steinmeier aus Berlin unternahm er eine Reise durch Sizilien, die er später sehr anziehend beschrieben und illustriert hat. Im Herbst 1805 liess er sich in Rom nieder. Seine literarischen Arbeiten sind verzeichnet im allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon III. S. 89 ff. — Von seinen künstlerischen Arbeiten führen wir an: Zeichnungen vom Rheinfall. In Kupfer gest. von J. H. Meyer zu seinem Werk: Fragmente von Wanderungen in der Schweiz. Zürich, 1797. — Küstenlandschaft von Taormina. — Wasserfall von Carracci am Aetna. — Konkordientempel bei Girgenti. — Das Tal St. Angelo di Brolo im Frühling (Ausgest. 1809 in Rom auf dem Kapitol; dort erworben von dem Rigaschen Handelsherrn G. W. v. Schröder, der sie dem Himselschen Mus. vermachte; jetzt im städt. Mus. zu Riga). — Italienische Landschaft (Bes. Staatsrat v. Grass, Riga). — Aus der Villa des Mäcenas in Rom. Sepiastudie (Bes. städt. Mus. zu Riga). — Zwei Ansichten vom Aetna, 1811 in Rom gem. für Joh. Friedr. Cotta in Tübingen. — Das Theater von Taormina, gem. für den Schriftsteller v. Rehfues. — Schweizer-Landschaft (Bes. A. Koch, Dorpat). — Selbstporträt. Pastell (Bes. städt. Mus. zu Riga). — Zeichnungen zu dem von ihm herausgeg. Werke: Sizilianische Reise oder Auszüge aus dem Tagebuche eines Landschaftsmalers, in Kupfer gest. von Chr. Fr. Duttenhofer. Stuttgart und Tübingen, 1815. — Zwei kleine Landschaften kamen in den Bes. des Kollegienrats v. Blanckenhagen auf Lemburg in Livl. — Zwölf Aquar. nach Ludw. Hess im Bes. der Familie v. Stackelberg, Livland. — Eine Gouachelandschaft: Der Lungersee nach L. Hess im Bes. des Landrats v. Richter auf Waimel, Livl. — Sizilianische Landschaft, 1810 im Bes. eines Hn. Auer in Ulm. Die Farbenskizze dazu im Bes. des Hn. v. Blanckenhagen auf Drobbusch in Livland.

Ein Porträt des Künstlers von einem Maler Richter aus Zittau, 1790 gem., besass Kollegienrat Prof. [J. W. Krause] in Dorpat. — Im Besitze desselben auch eine grosse Sammlung von Landschaftsstudien in Sepia und Tusche, meist Studien aus der Schweiz. — Ein 1808 von Georg Dillis gemaltes Porträt des Künstlers kam durch Professor C. Morgenstern 1810 in den Besitz der Familie.

Allgem. balt. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. III. S. 88 ff. — Ztg. für Lit. und Kunst. Nº 3 vom 20. Januar 1812. — Biographie von G. Tilemann in Livonas Blumenkranz 1818 S. 179 ff. — Desgl. in „die balt. Provinzen Russlands“ von Jul. Eckardt, 1868. — Rigasche Biographien III S. 108 ff. — Wöchentliche Unterhaltungen 1806 S. 125. — C. Morgenstern, Dörptische Beiträge III S. 125–131. — Baltisches Dichterbuch S. 361. — A. v. Wolzogen, Aus Schinkels Nachlass I S. 107 ff. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 17 ff. — Derselbe in der Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 11–13.

Graubitz, Jakob Ortlof. Maler. Er stammte aus Giessen und kam um 1665 nach Goldingen in Kurland, wo er am 22. Dezember desselben Jahres den Bürgereid leistete und am Hofe des in Goldingen residierenden Herzogs Friedrich Kasimir von Kurland als Hofmaler beschäftigt wurde. Gest. vor 1697.

Eintrag seines Sohnes, des späteren Kaufmannes Christoffer Carl G. in ein 1636 angelegtes Stammbuch des Sebast. Besser, (in der Bibliothek der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde): Mein vatter war ausz der stat Giessen gebirttig und war seiner Kunst nach ein mahler, war auch vom seeligen hertzog Casimir alsz hoffmahler verschrieben (am Rande: Anno 1665 verschrieben ausz Giessen) in Goldingen gewohnet und da auch in der pest gestorben. — Goldingensches Kirchenbuch (N. Busch).

Grosewsky, Theodor Robert, Dr. phil. Landschaftsmaler. Geb. 1. Mai 1823 zu Annenburg in Kurland; gest. 2. März 1866 in Moskau, studierte 1842–44 in Dorpat und promovierte in Jena. 1855 wurde er Schüler des Landschaftsmalers K. Millner in München. Mehr als Maler hat er als Dichter Anerkennung gefunden.