Kolb, Alexander. Architekt und Architekturmaler. Geb. 1819 in Libau; gest. 26. Dezember 1887 in Petersburg, trat in die Petersburger Akad., die er 1842 absolvierte und ging dann zu weiterem Studium ins Ausland. Die Akad. erteilte ihm die nachgesuchte Erlaubnis Griechenland und Frankreich besuchen zu dürfen. 1849 befand er sich in Spanien. Von Granada aus richtete er an die Akad. das Gesuch als Konkurrenzarbeit auf den Rang eines Akademikers eine Aufnahme der Alhambra einreichen zu dürfen, was ihm laut Konseilbeschluss vom 22. Septbr. bewilligt wurde. Im Septbr. 1854 stellte er der Akad. zwei von ihm gemalte Bilder vor, eine Innenansicht der Capella palatina in Palermo und eine Ansicht der Blaschennoi-Kirche in Moskau und bewarb sich darauf um den Rang eines Professors. Er bekleidete das Amt eines Architekten im Kriegsministerium. Sein Sohn Alexander K. wandte sich der Malerei zu.

Rigasche Ztg. 1887 Nº 300.

Konczewsky, Johann Hermann. Porträtmaler in Riga. Geb. 1789 in Riga; gest. daselbst im Mai 1836.

Rigasche Stadtbl. 1836 S. 176.

Kosakowsky, Johann Heinrich. Landschaftsmaler. Geb. 22. Oktober 1853 in Reval; gest. 11. April 1894 daselbst, erhielt die erste künstlerische Anleitung von dem Maler [Sprengel] in Reval und trat 1873 in die Petersburger Akad. 1883 liess er sich in Reval nieder. Im städt. Museum zu Riga von ihm eine Ansicht vom estländischen Strande und mehrere Handzeichnungen. Das Mus. zu Reval besitzt von ihm ein aufsteigendes Gewitter am Strande bei Wainopäh, 1887 gemalt. Anderes in Revaler Privatbesitz.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 156–157.

Kotzebue, Alexander v. Schlachtenmaler. Geb. 9. Juni 1815 in Königsberg i. Pr. als jüngster Sohn des Dichters Aug. v. K. und dessen dritter Gemahlin verw. Wilhelmine Friederike v. Kursel, geb. v. Krusenstern; gest. zu München 24. Februar 1889. Er erhielt seine Erziehung im Kadettenhause zu Petersburg und diente bereits als Offizier in der Garde, als er sich entschloss der Militärkarriere zu entsagen und Künstler zu werden. 1837 trat er in die Akademie ein und wurde Schüler von [Sauerweid]. 1845 wurde ihm für sein Bild „Die Erstürmung von Warschau im Jahre 1831“ die gr. gold. Med. zuteil und zugleich erhielt er mehrere Aufträge vom Kaiser Nikolaus, zu deren Ausführung er Ende 1846 nach Deutschland reiste. Von Königsberg aus besuchte er die Schlachtfelder des siebenjährigen Krieges, bereiste dann Belgien und Holland und liess sich 1849 in München nieder. Um die ihm aufgetragenen Feldzüge Suworows in Italien und in der Schweiz in Gemälden wiederzugeben, unternahm er 1858 neue Studienreisen dorthin. Im April desselben Jahres wurde er zum Professor befördert. K. war russischer Hofmaler und Ehrenmitglied der Münchener Akad. Von seinen grossen Schlachtenbildern seien hier genannt: Erstürmung von Warschau im Jahre 1831; gem. 1844 für die Familie des verst. Generals v. Toll; jetzt in Kaiserl. Bes. — Die Erstürmung von Schlüsselburg, 1702 (In Kaiserl. Bes.). — Die Schlacht bei Zorndorf. — Peter I. gründet Petersburg im Jahre 1703 (Bes. Maximilianeum, München). — Episode aus der Schlacht an der Trebia, Juni 1799. Vollendet 1858. — Suworows Uebergang über den Panixer Pass, Oktober 1799; gem. 1859. — Nach der Schlacht bei Pultawa, 1709. Das grösste Bild des Künstlers (Bes. Eremitage, Petersb. Abb. in наши художн. I. S. 206). — Die Einnahme von Narva unter Peter I. 1704. Voll. 1866 (Abb. in Pechts Gesch. der Münchener Kunst im 19. Jahrh. In Holz geschn. von Weber für die Всемірн. иллюстр. 1869 S. 328/29). — Die Kapitulation der Stadt Riga, 1868 gem. (Abb. in наши художн. I S. 207 und in W. Neumann, Riga und Reval, Bd. 42 Berühmte Kunststätten, auch in grossen Photographien verbreitet). — Zug der russischen Armee über die Teufelsbrücke (Abb. in наши художн. I. S. 206). — Uebergang der Russen über den Bottnischen Meerbusen im Jahre 1808. — Gefecht der Russen beim Dorfe Lessnoje mit den Schweden (Im Museum Alexanders III., Petersburg). — Avantgardengefecht bei Karlstula in Finnland, während des russischen Krieges 1809.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 61–63.

Kraus, Franz Gerhard. Bildhauer. Geb. 25. März 1871 im Pastorat Neugut in Kurland, erhielt die ersten künstlerischen Anregungen durch den [älteren Bruder] und trat 1892 in die Stieglitzsche Zeichenschule in Petersburg, die er 1897 als Stipendiat verliess. In Berlin arbeitete er unter [Karl Bernewitz] und ging dann nach Paris, wo er im Atelier des Bildhauers l’Hommeau tätig war. K. hat seine Tätigkeit fast ausschliesslich dem Kunstgewerbe zugewandt.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 97–99.