Müller, (gen. Müller von Riga) Johann Jakob. Landschaftsmaler. Geb. 7. März 1765 in Riga; gest. 21. September 1831 in Stuttgart, studierte in Jena, Göttingen und Erlangen Theologie, gab aber 1790, obgleich er bereits zum Pastor ordiniert worden war, den Beruf auf und wandte sich der Malerei unter der Leitung Chr. Klengels zu. Mit diesem ging er nach Rom und blieb dort bis 1797, wo er sich namentlich nach Claude Lorrain bildete. Er kehrte nach Deutschland zurück und liess sich in Stuttgart nieder, wurde hier Lehrer an der Kunstschule und am Gymnasium, ging mit einer Unterstützung des Kaisers Alexanders I. nochmals nach Italien und wurde Hofmaler des Königs von Würtemberg. Sein künstlerischer Nachlass kam in die Hände des Bildhauers Wilh. Braun. Von ihm: Die Grotte des Neptun bei Tivoli; in Rom gem. — Sorrent (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Die Ruinen Pompejis mit Aussicht auf den Vesuv und die Insel Ischia. (Kam in den Bes. d. Königs Ludwig I. v. Baiern). — Abendlandschaft. Gegend v. Salerno. (Bes. Königl. Gemäldegal. Stuttgart). — Das Lauterbrunner Tal. — Via mala. — Der Reichenbachfall in der Schweiz (Nach dem Tode des Künstlers von Dörr in Heilbronn vollendet). — Bildnisse des Vaters und der Mutter des Künstlers, sowie ein Selbstportr. im Bes. seiner Grossnichte Frau Pauline Zinserling, geb. Müller, Riga. Einige seiner Bilder kamen in Kaiserl. Bes. nach Petersburg, andere befinden sich in dem Königl. Bairischen Schlosse zu Tegernsee.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 15–17.

Müller, Johann Julius. Rigascher Porträtmaler in der ersten Hälfte des 18. Jahrh. Für das Rathaus zu Riga malte er das Bild des Königs Karls XII. von Schweden. 1726 wird ihm der Auftrag zuteil die Porträts des Kaisers Peter I. und das der Kaiserin Katharina I. zu malen. Wegen einiger Kostümschwierigkeiten beim Bilde der Kaiserin soll beim Gouverneur Repnin angefragt werden. Ein Frauenporträt (Frau des 1748 verstorbenen Goldschmiedes Christopher Dey in Riga) im Besitz des städt. Museums in Riga könnte ihm zugeschrieben werden.

A. Buchholtz. Mitteilungen aus d. livl. Gesch. XV. S. 196.

Müller, Jakob Benjamin. Theatermaler. Geb. 1719 in Dresden, war Schüler von J. B. Grone und bildete sich auf verschiedenen Reisen weiter. Er wurde nach Petersburg berufen und hier von Baron Vietinghof, dem Begründer des Rigaschen Theaters für Riga gewonnen, wo er nach kurzer Zeit starb. Von ihm einige Federzeichnungen in dem Album des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga und in dem v. Offenbergschen Album im Mitauer Museum.

Müller, Johann Jakob. Porträt- und Miniaturmaler, lebte zu Ende des 18. Jahrh. in Riga (auf Klüversholm); er malte Porträts in Oel und Aquarell, gab Unterricht im Zeichnen und malte auch Miniaturen für Dosen, Bracelets usw.

Rigasche Anzeigen 1794 S. 213.

Müller, Karl Theodor. Architekt. Geb. 30. Dezember 1817 in Reval; gest. 14. November 1891 in Petersburg, wurde Schüler der Petersburger Akademie, erwarb sich die üblichen Schülermedaillen und wurde 1863 Akademiker.

Munck, Bartholomäus, Porträtmaler, wurde 1772 Meister des Rigaschen Maleramts und lebte noch zu Anfang des 19. Jahrh. in Riga. Von ihm: Das Portr. des Dr. Gottl. Schlegel, Rektors der Domschule zu Riga, gem. 1763. — Das Portr. des Dr. med. Ambrosius Bergmann, gem. 1767 (beide im Dom-Museum zu Riga). — Das Portr. des Grafen George Brown, gem. 1788; gestoch. v. Joh. Em. Mansfeld in Wien. — Das Portr. des Heinr. Berend v. Rautenfeld, gem. 1772. — Portr. der Katharina Hedw. v. Kryger, gem. 1775. — Portr. des Franz Wilh. Christ. v. der Recke auf Neuenburg und dessen Gemahlin (um 1805).

Murrer, Franziskus. Arzt und Ingenieur. Geb. 12. April 1609 zu Neumarkt in der Oberpfalz; gest. 1681 in Riga, studierte Medizin und schloss sich 1633 der Gesandtschaft an, die Herzog Friedrich III. von Holstein-Gottorp unter der Führung des Gelehrten Adam Olearius nach Persien schickte. 1640 kam er nach Riga, wo er anfänglich als Arzt lebte, später auf Zureden seines Schwiegervaters, des schwedischen General-Quartiermeisters v. Rodenberg, sich der Baukunst widmete. Eine Professur an der Dorpater Universität lehnte er ab, ebenso eine Berufung in den Staatsdienst nach Ingermannland, dagegen beschäftigte er sich mit dem Fortifikationswesen und übernahm 1649 auf Anerbieten des Rigaschen Rats das Amt eines Stadtingenieurs. Von ihm stammt der grossartige Entwurf zur Befestigung Rigas vom Jahre 1650. Das Original im Bes. des städtischen Feldmessamts.