Schultz, Emma v. Genre- und Porträtmalerin. Tochter des ehemaligen Kommandanten von Dünamünde bei Riga; gest. Mai 1882 in Berlin, machte ihre Studien in Düsseldorf und seit 1869 in Berlin, wo sie Schülerin von Prof. Fr. Kraus war. Ihre Bilder stellen in der Mehrzahl Szenen aus der modernen Gesellschaft dar. Von ihr: Interessante Lektüre. — Im Atelier der Malerin. — Russische Gefangene ihre Wache zum Spiel verleitend. — Atelierszene. Zwei Herren betrachten ein auf einer Staffelei stehendes Bild. — Die Kondolenzvisite. Ein Artillerieoffizier einer jungen Dame gegenüber u. a.

Zeitschr. f. bild. Kunst. (Kunstchronik.) 1866. — Rigasche Stadtbl. 1866 S. 419 und 481; 1872 S. 373. — Rigasche Ztg. 1866 Nº 298 (Feuilleton) — Gegenwart 1872 Nº 39. (J. H. Kugler.)

Schultz, Theodor Gottfried. Architekt, bekleidete zu Beginn des 19. Jahrh. das Amt eines Stadtbaumeisters in Riga. Das Dommuseum in Riga besitzt von ihm eine Anzahl von Zeichnungen öffentlicher Gebäude der Stadt. Er trat später als kurländischer Gouvernementsarchitekt in den Staatsdienst und versah dieses Amt bis zum September 1846. Von ihm stammt ein Entwurf zum Umbau der Trinitatiskirche in Riga vom Jahre 1838; auch erbaute er in Mitau die Armen- oder St. Johanniskirche, deren Grundstein am 31. März 1845 gelegt wurde.

Schultz, Johann Ludwig. Landschafts- und Porträtmaler. Ist in Riga von 1812–1830 nachweisbar und zog dann nach Petersburg. Von ihm: Die Rigaschen Vorstädte vor dem Brande von 1812 (ehemals im Bes. des Himselschen Museums, jetzt im Dommus. zu Riga). — Portr. des Kronsbuchdruckers Jul. Konrad Daniel Müller, gem. 1823 (Bes. Dommus. Riga). — Portr. des Rigaschen Oberpastors Dr. Liborius v. Bergmann, 1823. Lith. nach dem Stich von [K. W. Seeliger]. — Portr. des Dr. R. Bidder. Lith. 1825. — Portr. des Rigaschen Oberpastors Albanus. Lith. 1830. — Portr. des Rigaschen Generalgouverneurs Marquis Paulucci. Lith. von [J. F. Krestling].

Rigasche Stadtbl. 1823 S. 16; 1825 S. 138; 1828 S. 306; 1830 S. 135.

Schultz, Karl Johann Stephan. Genremaler. Geb. 4. September 1823 in Riga; gest. 3. Juni 1859 in Mitau, erhielt den ersten Unterricht von dem Zeichenlehrer G. W. Langewitz und trat dann als Lehrling in die lithographische Anstalt von [F. Hauswald] in Riga. 1843 konnte er durch private Unterstützung gefördert für kurze Zeit die Petersburger Akademie besuchen, musste unzureichender Mittel wegen das Studium aber schon nach einem Jahr wieder aufgeben und durch Porträtieren seinen Unterhalt zu erwerben suchen. Erst 1845 gelang es ihm die Akad. in Dresden zu beziehen. Er blieb hier bis 1847, lebte dann in Riga, Archangel und Petersburg, besuchte 1851 die Akademie in Antwerpen und liess sich nach einem Besuche Frankreichs und Italiens in Riga nieder. 1856 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum Akademiker und 1858 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Mitauschen Gymnasium und an der neu errichteten Realschule. — Sch. bevorzugte das humoristische Genre. Von seinen Arbeiten nennen wir: Die Werbung. Ein Tischlergeselle hält um die Hand der Meistertochter an (Dafür zum Akademiker ernannt). — Der Veteran von 1812. — Werbeszene aus dem dreissigjähr. Kriege. — Knaben mit einem Ziegenbock. — Der Zahnarzt ohne Diplom. — Vorteil der breiten Leinwand. — Nachteil der schmalen Leinwand (Aquarelle). — Der widerspenstige Bauernknabe (Bes. Gal. Schloss Koltzen, Livl.). — Das städt. Museum in Riga besitzt von ihm ein weibliches Bildnis und einen Studienkopf nach einem Knaben.

Inland 1859 S. 550. — Rigasche Stadtbl. 1849 7. Juli; 1853 S. 65; 1859 S. 149. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 65–66.

Schultz, Pauline v., s. [Geiger].

Schultz, Samuel Benjamin. Graveur und Xylograph. Geb. 1787; begraben in Riga 7. März 1825. Er war anfangs in der Häckerschen Druckerei in Riga, seit 1812 in der „Felddruckerei“ (Müllersche Druckerei) angestellt. Er schrieb: „Erfindung, ein simples Papier durch künstliche Gravierung und durch gewöhnlichen Bücherdruck unnachahmlich zu machen und vor aller Fälschung sicher zu stellen“ (Rigasche Stadtblätter 1820 Nº 5). Von ihm die Bildnisse Luthers und der Katharina Lutherin, geb. v. Bora, in Holzschnitt 1817. Für den Besitzer der Felddruckerei Müller ausgeführt, 8o.

Rigasche Stadtbl. 1817 S. 100; 1819 S. 55; 1821 S. 88. — Rigasche öffentliche Anzeigen 1819 Nº 7.