Ob wir im „Zwischenspiel“ die „echte“ Eifersuchtsszene zwischen Stars erleben, ob wir in dem Kinodorf „Afrika“ die Erbitterung eines armen Statisten gegen die satten Kanonen des Films mit ansehen oder ob wir endlich den verkrachten Baron sich voll wirklicher Verzweiflung aus dem Fesselballon freiwillig zu Tode stürzen sehen — immer sind die Bilder packend und lebensecht. Wo Rosenhain das Kinoleben anpackt, da ist es interessant.
Mariannens Verhältnisse
und eine andere Novelle von Alfred Friedmann
Zwei Ehebruchsgeschichten. Man weiß nicht, ob man in der ersten Erzählung die feine Sabine höher stellen soll, die, um mit Nietzsche zu reden, der Hündin Sinnlichkeit ein Stück Geist opfert, weil sie aus Gründen der Vorsicht ein Stück Fleisch verweigern muß. Oder ob man der sinnenstarken Marianne verzeihen soll, die ihrem Mann und zugleich ihrem Geliebten ein vollwertiges Weib sein will, weil sie den elementar auf sie niederbrausenden Strom des Lebens nicht aufzuhalten vermag.
Das Sündkind
und eine andere Geschichte von Ludwig Anzengruber
In zwei Geschichten schenkt uns der große Volksdichter Anzengruber zwei Erzählungen, die uns in packender Handlung schildern, wie zwei katholische Priester sich gegen das Zölibat, das Gebot der Ehelosigkeit, versündigen und wie an den Folgen nicht nur „sie“ selbst, sondern auch ihre „Sündkinder“ zu leiden haben. Wie alles von Anzengruber, so sind auch diese beiden Erzählungen tiefgehend und voll innerer Wahrheit.
Stern Bücher Verlag (Koch & Co.), Leipzig-Stö.
Man verlange überall das neueste Stern-Buch.