Focht mich dieweilen nicht an.
»Ahndl,« fragte ich; denn Kinder, die in ihrem Haupte so viel Raum für Vorstellungen und Eindrücke haben, sind unermüdlich im Fragen. »Ahndl, wo hast denn du deinen Stern?«
»Mein Kind,« antwortete sie, »der ist schon völlig im Auslöschen, den sieht man nimmer.«
»Und ist das ein Glücksstern gewesen?«
Da schloß sie mich an ihre Brust und hauchte: »Wird wohl so sein, du herzlieber Enkel, wird wohl so sein!«
Ein alter Schuhmacher kam zuweilen in unser Haus, der redete wie ein Heide. Wir Menschen, meinte der alte Schuhmacher, kämen nach dem Tode weder in den Himmel, noch in die Hölle, sondern auf einen Stern, wo wir so wie auf dieser Welt wiedergeboren würden und je nach Umständen weiterlebten.
Das Närrischste aber sagte schon der Schulmeistersohn aus Grabenbach, der als Student einmal zu uns kam. Der schwätzte von Bären und Hunden und Wasserschlangen, die da oben am Himmel herumliefen, und ein Widder und ein Walfisch sei auch dabei; und gar eine Jungfrau wollte er durch seine Augengläser gesehen haben. Dieser Schulmeistersohn war schuld daran, daß mich mein Vater nicht studieren lassen wollte.
»Wenn sie solche Narrheiten lernen in der Stadt,« sagte mein Vater, »daß sie auf unseres Herrgotts goldnem Firmament lauter wilde Tiere sehen, nachher hab ich genug. Mein Bub, der bleibt daheim.«