Wie Fürsten es gesollt.

Du bist so herrlich, bist so groß,

Daß all mein Stolz verraucht –

Verehrend streck ich mich ins Moos

Zu Füßen der Durchlaucht!

Hanns von Gumppenberg

Bei den Holzern

Daß doch der Wald, wie er sich so hinbreitet über Höhen und Täler – unabsehbar, wie er daliegt, grün und dunkel und weiterhin duftig blauend am sonnigen Sehkreis – der stille, unendliche Wald –, daß er doch auch seine Feinde hat!

Wie ist das eine schöne, säuselnde, rauschende, brausende, allebendige Ringmauer, schützend vor dem wüsten Unfrieden draußen! Aber – Waldfried ist gestorben.

Im Forste braust der Sturmwind, schlägt manchem jungen Tannling den lustig winkenden Arm weg, bricht manchem trotzigen Recken das Genick. Und in der Tiefe rauscht und schäumt in weißen Gischten und Flocken – wie ein brandender Wolkenstrom – der Wildbach und wühlt und gräbt und nagt das Erdreich von den Wurzeln, immer weiter und weiter hinein, daß der wuchtige Baum zuletzt schier in der Luft dasteht und sich oben mit starken Armen nur noch an den Nachbarn hält, um nicht zusammenzubrechen, endlich aber doch niederstürzt in das Grab, das ihm jenes Wasser heimtückisch gegraben hat. Jenes Wasser, welches er durch seinen Nebeltau gestärkt, durch seine dichte Krone vor dem Lechzen des Windes geschützt, durch seinen Schatten vor dem zehrenden Kusse der Sonne bewahrt hat. – Und auf den luftigen Wipfeln hackt der Specht, und unter den Rinden frißt der Wurm die Borke, und das Sägerad der Zeit geht allerwege, und die Späne fliegen – im Frühlinge als Blüten, im Herbste als gedörrte Nadeln und Blätter.