Weil das Löchlein schrecklich eng war, nagte er am Rande mit seinen Kieferzangen so lange, bis er durchschlüpfen konnte. Je weiter er vorwärts kam, desto breiter und bequemer wurde der Weg. Es war ein vielgewundener, dunkler Gang, der manchmal anstieg, manchmal abfiel und voll Sägemehl lag, das jedenfalls von dem unbekannten Bewohner dieses Ortes hier angehäuft worden war.
»Wer weiß«, dachte Max, »was für ein Kauz das sein mag, der sich damit vergnügt, meine Haustüre durchzunagen!«
So schritt er, immer vorsichtig mit den Fühlern tastend, voran, um allenfalsigen Überraschungen zuvorzukommen. Nach einem guten Stück Weges hielt er an. Vor ihm lag etwas Weiches, Zartes, das die Straße versperrte.
Zugleich ließ sich im Finstern eine Stimme hören, die sprach:
»Oho! Wer kratzt mich denn dahinten?«
So unglaublich das bei Maxens Veranlagung erscheint, diesmal machte er zunächst eine weise Überlegung.
»Dieser Herr«, so sagte er sich, »ist also hinten sehr zart; aber sein Kopf muß erschrecklich hart sein, sonst könnte er nicht Haustüren durchnagen. Darum wird es sich empfehlen, mit ihm zu verhandeln, ehe er sich gegen mich umdrehen kann.«
Er faßte mit den vier Beinen, die er noch hatte, den weichen, zarten Körper, zwickte ihn ein ganz klein wenig mit seinen Zangen und sagte listig:
»Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich vielleicht störe.«
»Au, au, du bringst mich ja um!«