»Ohne Fühler könnten wir im Finstern uns nie zurechtfinden.«

Max wurde es nach diesen Worten verständlich, wie er trotz der Dunkelheit Verschiedenes ganz gut wahrnehmen konnte. Das geschah eben durch den wunderbar feinen und vielfältigen Sinn in den Fühlern. Beruhigt war er aber trotzdem nicht, und er äußerte tief besorgt:

»Wie traurig ist es trotzdem, keine Augen zu besitzen!«

Jetzt mußte die Ameise herzlich lachen. Dabei streichelte sie den Kleinen und liebkoste ihn.

Max, der immer ein wohlerzogener Junge gewesen war, erinnerte sich endlich, daß er für alle erwiesene Liebesmühe noch mit keinem Sterbenswörtchen gedankt habe. So begann er etwas verlegen:

»Liebe Frau Ameise, wie heißen Sie eigentlich?«

»Man nennt mich in meiner Familie Fuska. Gelehrte Leute aus meinem Stamme wissen, daß der Name lateinisch ist und soviel bedeutet wie ›die Dunkle‹.«

»Verzeihen Sie, Frau Fuska, ich dachte noch nicht daran ›Danke schön‹ zu sagen für Ihre große Güte, mit der Sie mich aus dem abscheulichen Garnwickel befreit, und für die vielen Belehrungen, die Sie mir erteilt haben.«

»Kind, was fällt dir ein, ich habe nur meine Pflicht erfüllt.«

»– Pflicht? – Wieso?« –