Großzang hörte sehr niedergeschlagen zu:

»Muß denn das sein? Es war so angenehm hier!« grollte er. »Wer wird uns künftig Honig geben? Wie köstlich war das Muskatellergericht! Und den Königinnenbrei bekomme ich nirgends wieder!«

»Ich werde dir Honig geben! Ich bereite dir auch ein Muskatellergericht!« so drohte ihm erzürnt Max. »Mach', daß wir fortkommen von hier!«

Großzang fügte sich mit wehem Herzen. Am Ausgang des Bienenstockes standen sie noch ein Weilchen, überschauten Abschied nehmend nochmals die gastliche Stätte und sagten still ein herzliches Lebewohl.

Hatten sie hier doch soviel Gastfreundschaft genossen, und bis jetzt war ihnen nur Gutes widerfahren. Kaum hatten sie drei Schritte gemacht, als sie im Hause hinter sich festliches Gesumse hörten, das sich dem Ausgang näherte. Es erschien eine stattliche Bienenschar, die junge Königin inmitten. Singend und tanzend flogen sie vorm Haustor auf und nieder. Diese jungen Bienen hielten scharf Umschau und prägten sich die Lage ihrer Wohnung und deren Eingang genau ein. Dann unternahm die Königin einen Flug um den Stock, worauf sie zu den Genossen zurückkehrte. Ein zweites und drittes Mal wiederholte sie dies gefällige Spiel, bis sie endlich fröhlich ausrief:

»Nun finde ich meinen Weg sicher wieder allein zurück!«

Beifall summend rief die Menge:

»Es lebe die Königin! Es lebe die Braut!«

Hoch in die blauen, sonnigen Lüfte ging der Flug. Unter freiem Himmel, inmitten des Wohlgeruches aller Blumen jubelten die Männchen summend ihr nach. Sie erwählte sich einen Bräutigam, mit dem sie sich vermählte. Dieser starb gleich nach der Hochzeit draußen auf blumiger Flur. Die Königin aber kehrte als fruchtbare Mutter zurück zu ihrem Volke und sang ihr Lied: