»Wir müssen etwas warten«, sagte sie weiter, »aber es dauert sicher nicht mehr lange. Der Freund da drinnen arbeitet wie rasend.«

Richtig, gleich darauf, unmittelbar vor Max, öffnete sich ein winziges Löchlein, und es erschien ein drollig lebhaftes Köpfchen, das sich nach allen Seiten hin bewegte und zugleich große Freude und großes Staunen ausdrückte.

Man hörte ein süßes, feines Gesumse, das lautete:

»Endlich atme ich dich, du gesegnete Luft!«

Aus dem Löchlein kamen jetzt zwei reizende Pfötchen hervor, die sich fest am Rande anklammerten, und nach und nach erschien ein prächtiges Insekt mit Flügeln und einer herrlich metallisch violetten Färbung.

»Eine Biene!« rief Max, der eine Flut von Fragen in Bereitschaft hatte. Doch das Insekt breitete mit Wonne die Flügel aus, streckte und putzte die Beinchen, wiegte den Kopf hin und her, machte sodann eine artige Verbeugung, flog fort und rief:

»Wie wunderschön ist das Leben!«

»Sie hat recht«, sagte die Holzwespe zu Max, der über diese rasche Flucht ein wenig beleidigt dastand; »glaube mir, Lieber, für ein Geschöpf, das so lange im Finstern eingeschlossen war, das als Larve nur in einer einzigen Hoffnung lebte, für den einzigen Zweck arbeitete, endlich als vollkommenes Insekt an das Licht zu kommen, ist dieser Augenblick, wenn er endlich da ist, zu wichtig, als daß man sich mit neugierigen Leuten ins Plaudern einließe. Ich kann das sagen, ich habe es selbst erlebt.«

»Ich kann es begreifen«, sagte Max beschwichtigt.

Aber die Gleichgültigkeit Großzangs der erstaunlichen Nagekunst seiner Wespenfreundin gegenüber, konnte er noch nicht verwinden. Es drängte ihn daher, seinem stumpfsinnigen Adjutanten den Vorgang näher zu beschreiben: