Nun, diese legte fleißig Eier und sorgte für nichts anderes als für ihre Nachkommen. Freilich Großzang litt schrecklich unter dem plötzlichen Verschwinden seines kaiserlichen Herrn. Erst verzweifelte er schier, dann allmählich tröstete er sich an den vollen Vorratskammern, die er nun allein ausessen konnte. Er aß im Schmerze auch alles sauber auf, was im Hause war. Hierauf begab er sich wieder auf Reisen, und seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört.
In der Verlagsbuchhandlung Herder & Co. G. m. b. H. zu Freiburg im Breisgau sind erschienen und können durch alle Buchhandlungen bezogen werden:
Das Paradies auf Erden. Der kleine Zigeuner. Zwei Kindergeschichten von Xaver Meschko. Deutsch von Mina Conrad-Eybesfeld. Mit einem Titelbild. 8° (154 S.) Geb. M 6.80
»Xaver Meschko weiß wie kein anderer Herz und Phantasie unserer 9–14jährigen zu erfreuen, denn Liebe zu Kindern, das liest sich aus jeder Zeile heraus, hat ihm die Feder geführt. Eine Fülle von Poesie und ein schier unerschöpflicher Reichtum an Gemüt verraten die beiden Erzählungen ›Das Paradies auf Erden‹ und ›Der kleine Zigeuner‹, und man möchte der Übersetzerin Dank sagen, daß sie unsere Jugendliteratur um eine wertvolle Gabe bereichert hat.«
(Echo der Gegenwart, Aachen 1920, Nr. 38.)
Großmutters Jugendland. Die Geschichte von Klein-Nanni. Von Helene Pagés. Mit 6 Bildern von Rolf Winkler. 8° (150 S.) Geb. M 7.80
»Waren Pagés' bisherige Erzählungen vorwiegend erzieherisch betont, so erfreut uns ›Die Geschichte von Klein-Nanni‹ als rein dichterisch empfundenes Werk. Die äußere Geschichte ist kurz: Klein-Nanni zieht mit den Eltern und Geschwistern vom rheinischen Dorf in das neue Schulhaus im Westerwald. Der Vater stirbt nach kurzem Wirken, Klein-Nanni muß Schulwohnung und sorgenloses Leben mit ärmlicheren Verhältnissen tauschen, bis das tätige Leben sie hinausruft in die Welt. – Aber welch seelischen Reichtum umschließt dieser schlichte Rahmen und mit welch hellseherischer Liebe ist er von der Dichterin erfüllt! Die Elterngestalten sind klar und anschaulich gegeben; vor allem ist aber das köstliche Seelchen des Kindes mit feinem inneren Auge gesehen und die Entwicklung mit zartester Hand in lebendigen Einzelbildchen gezeichnet. Es sind Meisterstücke psychologischer Feinkunst, wie hier Heimweh, Kindesliebe, kindliches Spiel, Kindessitte und Sittlichkeit, Ahnen und wachsendes Verstehen der kleinen Seele dem Leser vorgestellt werden, rein und lauter, ohne jede Zerfaserung. Wie alles Gute und Reine, so ist auch das Religiöse in diesem Kreise selbstverständlich wie die Luft, die man atmet. Nur eines vermag die Verfasserin nicht überzeugend darzustellen: das Böse und Gemeine. Diese kleine Einschränkung erhöhte mir aber die seelische Schönheit dieses Jugendbuches.«