»Komme, damit ich dir zeige, wie wir Eier und Kinderchen pflegen«, sprach Fuska und zog Max mit sich fort, bis sie in einem Saal anlangten, der vermutlich die Kinderstube vorstellte. Wie gelbliches Korn lagen hier Eier aufgehäuft. Fuska wies darauf hin und sagte:
»Sieh hier, der erste Zustand in unserer Entwicklung.«
»Wie ist das zu meinen?«
»Insekten kommen als Eier zur Welt. Das lebendige Eichen krümmt sich nach und nach, wird durchscheinend und verwandelt sich in eine Larve.«
»Eine Larve«, rief Max, »ums Himmels willen! So spielen die Ameisen erst Fastnacht, bevor sie richtige Tierchen werden? Als ich mich einmal maskierte, setzte ich eine Larve vors Gesicht, um mich unkenntlich zu machen.«
Fuska verstand nicht alles, was er redete, aber sie erklärte ihm liebenswürdig:
»Gewiß, im Larvenzustand ist unsere eigentliche Lebensform zunächst vollständig vermummt. Wir liegen als hilflose Würmchen auf der Erde; aber dann, wenn wir die Verhüllung ablegen … Doch das sollst du jetzt alles selbst sehen; komm!«
5. Max war Ei, Larve und Puppe. Nun ist er weder männlich noch weiblich.
Fuska führte Max zu einer Saalecke, wo in langen Reihen höchst eigenartige Geschöpfe standen. Nein, wie sie doch aussahen! Oben waren sie dünn wie ein Fädchen, schwollen nach unten langsam an wie eine dicke Träne, die aus dem Auge rollt. Im Fallen wird sie dicker, und wenn sie über ein ungewaschenes Kindergesichtlein rinnt, nimmt sie eine schmutziggraue Farbe an. Gerade solche Färbung wiesen diese Wesen auf. Wie in einer Schule waren sie in Reihen nach der Größe aufgestellt. Beim Nähertreten bemerkte Max, daß die Dinger winzig kleine Köpfchen, aber weder Augen noch Füße hatten. Fast sahen sie aus wie eine Reihe von Zipfelmützen, die mit Lumpen ausgestopft und unten zugenäht sind. Max mußte bei diesem ungewohnten Anblick unbändig lachen.