Indessen drang aber der üble Dampf der Geschosse bis zu den eigenen Reihen. Max ließ darum eine Schwenkung nach links machen, und während die erstickten Roten im letzten Todeskampf zuckten, führte er seine Leute hinter einen Steindamm in Sicherheit, stellte sie in Reih und Glied auf und hielt folgende Ansprache:

»Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften! Ehe wir zu dieser Schlacht ausrückten, wollten sich einige alte Ameisen mit allen möglichen Behauptungen meinen Plänen widersetzen. – Und nun seht! Ein schöner, großer Erfolg krönt mein Werk. Dank den mächtigen Verbündeten, welche ich für unsere Sache zu erwerben wußte, ist unser Haus gerettet vor seinem unerbittlichen Erbfeinde!«

»Jawohl, jawohl!« riefen die Soldaten.

»Längst schon habe ich beobachtet«, fuhr Max mit sorgenschwerer Miene fort, »daß die Regierung unseres Staates eine recht mangelhafte und einseitige ist! Viel zu wenig persönliche Freiheit gewährt sie, viel zu wenig Fortschritt ist von ihr zu erhoffen. Fortschritt und Freiheit aber sind die zwei notwendigsten Dinge für eine moderne Ameise. Wenn die Gleichberechtigung aller Ameisen weiter besteht, dann werden wir auch ferner mit Altweibergeschwätz, mit veralteten Anschauungen und mit Kinderängsten zu kämpfen haben.

Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften! Ich schlage daher vor, daß ihr aus euren eigenen Reihen eine Ameise von Geist und Mut erwählt, eine Ameise, zu der ihr volles Vertrauen habt; daß ihr diese Ameise zu eurem Oberhaupte ernennt, zu eurem König oder, wenn ihr wollt, zu eurem Kaiser!«

»Jawohl, jawohl!« riefen alle zusammen.

»Kurz, es müßte eine Ameise sein von hervorragenden Gaben des Geistes und des Herzens wie zum Beispiel ich; eine Ameise, welche die Kriegskunst kennt, wie ich sie kenne; eine Ameise, die gegebenenfalls eine Schlacht zu gewinnen verstünde wie ich! Eine Ameise braucht ihr, die euch zum Ruhm zu führen weiß, wie ich es tat! Doch ich selbst mische mich nicht in eure Wahl. Ihr seid frei, zu wählen, wen ihr wollt und wer euch gefällt.«

Nach diesen Worten zog sich Max mit unglaublicher Bescheidenheit und edlem Anstand zurück.

Aber das Heer brach einstimmig in den Ruf aus:

»Max wollen wir wählen! Unsern Butziwackel mit dem weißen Fähnlein.«