Nº 4.
April.
Wissenschaftliche Mittheilungen.
Der Buben Orden.
An die vielen seltenen alten Einblatt- und sonstigen Drucke, welche zur deutschen Nationalliteratur gehören, reiht sich wol ein Büchlein würdig an, welches im J. 1866 von der königl. Bibliothek im Haag bei der Versteigerung der Bibliotheca Tydemanniana erworben wurde. Ich erlaube mir, über dasselbe in Kurzem hier zu berichten und den Abdruck des nicht umfangreichen Gedichtes folgen zu lassen.
Das kleine, nur acht Blätter in 2o umfassende Heftchen fand ich nirgends erwähnt. Auch E. Weller scheint es nicht zu kennen; und nur bei Grässe, Trésor u. s. w. findet sich ein Pendant nämlich: Orden (der vollen brüder).
Das Buchdruckerzeichen ist der sehr abgenutzte Stock des Johann Koelhoff zu Köln, welcher nach ihm auch von Henricus de Nussia angewendet wurde, und zwar in diesem Fall, wie sich mir aus Vergleichungen ergab, vor 1509. Nach Köln ist deshalb dieser „Bouen Orden“ zu setzen.
Die Abschrift ist in so weit getreu, als nur die schlimmsten Druckfehler entfernt wurden; es sind desungeachtet noch sehr viele dergleichen übrig geblieben.
Fol. 1a. (Titel.) Der bouen orden.