Gotha.

A. Bube.

40) Professor Senure in Gent hat in der dortigen Universitätsbibliothek das Horabuch Kaiser Karl’s V. entdeckt. Dasselbe enthält zuerst ein Gebet, das allem Anschein nach vom Kaiser selbst verfaßt ist, dann religiöse Gesänge, Moralregeln, philosophische Betrachtungen und Gesundheitsregeln für jeden Monat des Jahres, Alles lateinisch. Der Gelehrte will seinen Fund durch getreuen Abdruck veröffentlichen.

(Ill. Ztg. Nr. 1293.)

41) Im Dorfe Uthmöden, unweit Calvörde (Braunschweig), ist auf einem Acker ein Topf mit etwa 200 Silberbracteaten gefunden worden. Das Gepräge eines Theils derselben zeigt einen geharnischten Ritter, der in jeder Hand ein Fähnchen hält; auf andern sieht man die Figur eines Bischofs, mit einem Zweige in der einen und einem Kreuz in der andern Hand. Die Münzen scheinen dem 11. oder 12. Jahrh. anzugehören.

(Brschw. Tagebl. Nr. 81.)

42) Der badische Alterthumsverein hat aus seinen Ausgrabungspunkten Osterburken und Ladenburg wieder schätzbare Erwerbungen gemacht. Zu Osterburken war im Mauerschutte des alten, wahrscheinlich zur Zeit der Gordiane zerstörten Kastells u. A. ein römischer Soldatenhelm ausgegraben und erworben worden, der, am römisch-germanischen Museum zu Mainz restauriert, jetzt eine Zierde der Mannheimer Sammlung des Vereins bildet. Aus Ladenburg kam in dieselbe außer einer Matronenstatuette aus gelbem Sandstein, wie er in der Nähe von Heilbronn gebrochen wird, das Bruchstück einer aus einer Art von Cement gegossenen oder gepreßten Säule, welche in zwei Abtheilungen übereinander Figurengruppen hat, von welchen nur diejenige der untern erkennbar ist. Diese stellt nahezu in Hautrelief den Kampf eines Fauns mit einem geflügelten Amor dar, einen Kampf, der nicht mit den Fäusten, sondern nach Art der Widderkämpfe mit den Köpfen geführt wird. Nach den Größenverhältnissen dürfte die Säule einen Tischfuß gebildet haben.

(Korr. v. u. f. D. Nr. 191.)

43) Nach Meldung österreichischer Blätter wurden bei Moritzing bemerkenswerthe archäologische Funde gemacht. Unter Steingerölle entdeckte man Theile eines Schildes oder Harnisches aus dünngeschlagenem Bronzeblech. Die darauf enthaltene Zeichnung bildet phantastische Formen von Pferden, nebst einer männlichen Figur in sackartiger Tunica, die mit einer Hand die Zügel hält. Ferner wurden Bruchstücke eines Gefäßes aus stark kupferhaltigem Bronzeblech, zwei eiserne Schwerter, von denen das eine größer und zweischneidig, das andere kleiner und theilweise mit der Scheide bekleidet war, Bruchstücke einer zierlich gearbeiteten Scheide, drei Lanzenspitzen, zwei Messer mit geschwungener Schneide, ein Helm und verschiedene Nägel, Alles von Eisen, gefunden.