Wissenschaftliche Mittheilungen.
Sphragistische Aphorismen[88].
XI.
In meiner Monographie über das heraldische Pelzwerk (S. 21) habe ich die Ansicht ausgesprochen, daß die Decken des Hirsches auf dem hier abgebildeten [Siegel IV, C. des Werner von Meding], Marschalls von Lüneburg, v. J. 1307[89], wol als „von Pelz“ zu blasonnieren sein dürften. Da Bedenken gegen diese, bis jetzt allerdings nur hypothetische Blasonnierung, namentlich von meinem gelehrten Freunde Grotefend, dessen gütiger Mittheilung ich dieses, sowie das folgende und die zwei Campe-Bodendik’schen Siegel verdanke, erhoben worden sind, so erlaube ich mir, zur weiteren Unterstützung meiner Ansicht und als einen Beitrag zur endlichen Lösung dieser Frage einige Bemerkungen hier nachzutragen.
Meine Ansicht beruht hauptsächlich auf dem Umstande, daß, wie ich durch weitere Beispiele nachweisen werde, auf norddeutschen Siegeln[90] bisweilen Thiere vorkommen mit Decken, auf welchen (wie dies auf den Pferdedecken im Mittelalter allgemeine Sitte war) das Wappen ihres Besitzers abgebildet ist. Von diesen Thieren auf Siegeln wird wol schwer oder kaum nachzuweisen sein, ob sie ursprünglich ein Theil des eigentlichen (heraldischen) Wappenbildes, oder ein wirkliches, ein symbolisches oder ein redendes (sphragistisches) Siegelbild und somit nur der Träger des Wappens waren.
Die Zeichnung der Decke des Hirsches auf unserem Siegel kann ich nun in keine andere Verbindung mit den Meding’schen Wappen bringen, als mit dem untern Theile des folgenden.
XII.