Chronik der historischen Vereine.

Ueber die Verhandlungen des historischen Vereins von Oberpfalz und Regensburg vom 7. Nov. 1867 berichtet der Regensburger Anzeiger: Aus Anlaß eines Gesuches der Marktgemeinde Oberviechtach um Versetzung in die Klasse der Städte hatte Schullehrer Plaß in Lauterhofen seine historischen Notizen über diesen Markt an den historischen Verein eingesendet, von welchen der Vorstand den Anwesenden Kenntniß gab. Dem Advokaten Götz in Landshut war auf sein Ansuchen ein Gutachten über den dermaligen Werth der alten Regensburger Pfennige mitgetheilt worden. Folgende in Druck erschienene Arbeiten sind eingekommen: Die Benediktionskosten der Indersdorfer Pröbste etc. von Fr. H. Grafen Hundt; Geschichten der Vesten Kreuth und Epprechtstein bei Kirchenlamitz von Rudolph Frhr. v. Reitzenstein; die bildlichen Vorstellungen der Alten von den Gestalten der Erde etc. von Dr. F. A. Reuß; Versuch einer Erklärung des römischen Heerstraßenzuges der Peutingerischen Tafel etc. von I. Wetzler in Günzburg. Für das Archiv übergab Pfarrerin Georg 20 verschiedene Regensburger Ordnungen und Dienstinstructionen des 17. Jahrhunderts, Militärrapporte, Versorgungssocietätsakten, Leichenreden und andere Ratisponensien; Stiftsvikar Dr. Mettenleiter ein Regensburger Theater-Scenarium, ein Garderobe-Verzeichniß und ein Verzeichniß der Theater-Vorstellungen v. J. 1828; Großhändler Rümmelein einen Indulgenzbrief von 1297; Kaufmann I. W. Neumüller und Bau-Assistent Ziegler verschiedene Eichstätter Aktenstücke von 1568–1702. Für die Bibliothek waren des Herzogthums Württemberg Landrecht von 1653 von Rechnungsrath Cramer, die 3 Jahresberichte der Regensburger Studien- und Schulanstalten für 1866/67 von den k. Rektoraten und die Proklamationen des Erzherzogs Karl und des Kaisers Franz vom 8. April 1809 vom Archivar Dr. Will übergeben worden. Regierungssekretär Bösner hatte seine zwei Aquarellgemälde, die Ansichten der beiden Thürme der steinernen und der hölzernen Brücke in Regensburg, Stallmeister Fischer eine photographische Abbildung des brennenden Domes in Frankfurt a. M. mit Stücken der geschmolzenen Glocke und der Fenstergläser, Reichsarchiv-Funktionär Primbs in München 6 Bildnisse denkwürdiger bayerischer Männer, von John in Kupfer gestochen, und 6 Ansichten aus der Umgegend von Regensburg dem Vereine verehrt. Als Geschenke sind noch eingekommen: vier große steinerne Kugeln nebst 21 kleinen Münzen, worunter ein Gallienus, welche bei Fundierung der Scheidemauer seines Hauses, C. 165, ausgegraben wurden, von Palier Simon; 24 Stück alter bayerischer Silbermünzen, welche in Mendorf gefunden wurden, von Lehrer Schuster daselbst; 21 verschiedene Kupfer- und Silbermünzen, vom Pfarrer Dr. Franz, d. Z. in Stadtamhof; ein Regensburger Stadtgerichtszeichen von 1673, vom Säcklermeister W. Frei; ein Peso (Thaler) des Kaisers Maximilian von Mexiko von 1866, von dem Vorstande; ein Stangenzügel von 1460, vom Kunstmaler Rudolff. Von den angekauften Alterthumsgegenständen sind hervorzuheben: ein schön geschnitztes Crucifix von 1642; ein Biscuit-Portrait des dänischen Kammerherrn und Gesandten, Heinr. Karl Frhrn. v. Gleichen, der mit letztwilliger Disposition vom 24. März 1801 4000 fl. den Regensburger Armen ohne Unterschied der Confession vermacht hatte; ein oberhalb Bach in der Donau gefundener Reiterdegen aus der Zeit des dreissigjährigen Krieges und 4 Regensburger Goldmünzen der kleinsten Sorte.

Ferner wird über die Generalversammlung vom 5. December 1867 berichtet: Aus dem Vortrage des Vorstandes heben wir hervor, daß der Verein dermalen aus 188 hiesigen und 148 auswärtigen Mitgliedern besteht, mit 12 bayerischen und 68 auswärtigen historischen Vereinen und gelehrten Gesellschaften in Verbindung steht, und daß im Laufe der letzten Verwaltungsperiode 14 historische Arbeiten von Mitgliedern geliefert worden, sowie, daß die Sammlungen in der Hauptsache geordnet sind. Die von dem Kassier Raith für das Verwaltungsjahr 1866 gestellte Rechnung schließt mit einem Aktivreste von 169 fl. 52 kr. und mit einem Vermögensstande von 500 fl. 52 kr. ab. Zum Vorstande wurde wieder gewählt Justiz- und Domainenrath Mayer, zum Sekretär Hauptmann Weininger, zum Kassier Privatier Raith und zu Ausschußmitgliedern: Dombaumeister Denzinger, geistlicher Rath und Lycealrektor Dr. Kraus, Hauptmann Neumann, Gymnasialprofessor Langgoth, Ordinariatsassessor Jakob, Baron Junker-Bigatto, Stifts-Kastner Wachter, Archivar Dr. Will und Regierungsrath Scherer. Nach Erschöpfung der Tagesordnung hielt letzteres Mitglied noch einen interessanten Vortrag über den Herzog Arnulph von Bayern († 14. Juli 937), über dessen Grab in der Stiftskirche zu St. Emmeram und dessen Standbild am alten Emmeramer Thor und erwähnte im Verlaufe seiner Rede, wie es den Bemühungen des Regierungspräsidenten v. Gutschneider gelungen sei, daß das Grab dieses ausgezeichneten Fürsten wieder mit dem früheren Grabsteine und mit einer Gedenktafel geziert wurde, worauf die Versammlung nach dem Antrage des Vorstandes dem Regierungspräsidenten ihre dankbare Anerkennung mit Acclamation votierte.

Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde. Neue Folge. Erster Band. Heft 2, 3 und 4. Kassel. 1867. 8.

Zur Geschichte des hessischen Kriegswesens. Die Zeit bis auf Moritz den Gelehrten. Von Dr. E. Schlee. — Geschichte des Klosters Cornberg, nach urkundlichen Quellen. Von Metropolitan I. L. Chr. Schmincke. — Kirchengeschichtliche Miscellen und Notizen von A. F. C. Vilmar. I. Abriß einer Geschichte der niederhessischen Kirchengesangbücher bis zum Jahre 1770. — Der Bachtanz in Selbold. Vortrag, gehalten bei der Jahresversammlung des Geschichtsvereins zu Hanau am 4. Dezember 1866. Von Metropolitan Calaminus. — Nachrichten über die Verbergung des Silbergeräthes etc. des Kurfürstlichen Hofes im Jahre 1806 auf dem alten Jagdschlosse Sababurg im Reinhardswalde und den Raub dieses Schatzes durch die Franzosen. Von Geh. Rath Schwedes. — Die aus der Sagenzeit stammenden Gebräuche der Deutschen, namentlich der Hessen. Von E. Mühlhause. — Zur hessischen Familiengeschichte. 2. Hoffisches Beneficium zu Gelnhausen. 3. Weissel’sches Beneficium. 4. Beneficium für Studirende aus Elben und Elberberg. 5. Will’sches Beneficium zu Windecken. 6. Wicke’sche Stiftung zur Erziehung armer Kinder in den Gemeinden Unshausen, Mühlhausen und Berge, 1829. — Althessische Zustände. 1806. — Fundation des Landgrafen Philipp d. Gr. für die Pfarren und Schulen zu Kassel.

Zeitschrift (w. o.). Neuntes Supplement. Die Ergebnisse der statistischen Aufnahmen über die Vertheilung der Bevölkerung Kurhessens nach der Verschiedenheit der Religion und in Hinsicht auf eheliche Verbindung. Zweite Lieferung. Kassel 1867. 4. S. 113–180.

Mittheilungen an die Mitglieder des Vereins. Nr. 23 (Dezbr. 1866), 24 (Febr. 1867). 1 (Apr. 1867) und 2 (Aug. 1867). 8.

Vereinsangelegenheiten. — Anfragen. — Am Schlusse von Nr. 2: Die Aufgabe des Vereins in Beziehung auf die älteste Landesgeschichte. (Auszug aus dem am 7. August 1867 in Gensungen gehaltenen Vortrag.)

Correspondenzblatt des Gesammtvereins der deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine. Herausgegeben vom Verwaltungsausschusse des Gesammtvereines in Altenburg. Fünfzehnter Jahrgang. 1867. Nr. 8. Aug., Nr. 9. Sept.[10] u. Nr. 11. Novbr. 4.