Illustr. Zeitung: Nr. 1305, S. 9. Kloster Nimbschen.

Leipziger Zeitung: Wissensch. Beil. Nr. 43 f. Der Kriegszug des Kurfürsten Moritz von Sachsen gegen Kaiser Karl V.


Vermischte Nachrichten.

69) Nach dem Gutachten der Dombaumeister Voigtel, Schmidt und Denzinger handelt es sich bei der Herstellung des Domes zu Frankfurt a. M. nicht blos um die Heilung der Brandschäden, sondern auch um die Verbesserung der Fehler, welche in frühern Jahrhunderten aus Mangel genügender physikalischer Kenntnisse begangen worden sind. Die eisernen Verbindungen der Thurmquadern haben in demselben viel tiefer reichende Zerstörungen angerichtet als das Feuer. Eine Abtragung der Kuppel und des Achtecks bis zum Ansatze der Fenster und der Neubau derselben scheint erforderlich. Dieser Neubau aber macht die aus ästhetischen Rücksichten und wegen Schutz vor abermaliger Feuersgefahr wünschenswerthe Freilegung des Doms zur Nothwendigkeit, da sonst die erforderlichen Gerüste nicht angebracht werden können. Im Interesse der Sicherheit sollen auch alle Holzbausachen: Schneebretter, Läden, Dachsparren, Glockenstuhl, welche dem Feuer Eingang und Nahrung gewährten, beseitigt und durch Eisen ersetzt werden. Freilich würde die Ausführung der Pläne der Commission, ohne die Ankaufskosten der niederzulegenden Gebäude, einen Aufwand von ½ Mill. fl. verursachen, während das Vermögen des Dombauvereins nur 100,000 fl. beträgt.

(Ill. Ztg. Nr. 1306.)

70) In dem Kreuzgange des Paulinums in Leipzig befinden sich alte Frescogemälde, welche der seit kurzem daselbst bestehende Verein für Geschichte Leipzig’s von ihrer Uebertünchung befreien und wo möglich in ihrer Urspünglichkeit wiederherstellen lassen will. Am 19. Juni waren bereits zwei Felder in der frühern Gestalt bloßgelegt, und es scheint sich nach den neuentdeckten Angaben herauszustellen, daß die Bilder 1390 gemalt und im Jahre 1517 übermalt worden sind.

(Dies. Nr. 1304.)

71) In Würzburg haben die Arbeiten, welche auf dem Markte dicht an der gothischen Marienkirche zum Zweck der Kanalisierung dieses Stadttheils vorgenommen wurden, sehr unerwartete antiquarische Funde zu Tage gefördert. In einer Tiefe von 8 Fuß unter den Fundamenten fanden sich in einem torfigen Sande unzählige Knochen von Torfschwein, Torfkuh, Pferd, Edelhirsch, Reh, Schaf, ganz in derselben Weise gefärbt und die Mark enthaltenden Höhlungen in derselben Weise aufgebrochen, wie dies bei den Pfahlbauten stets getroffen wird. Der Schädel eines Hundes dagegen ist ebenso unverletzt, wie dies gewöhnlich in den Pfahlbauten der Fall ist. Mit den Thierknochen kommen Sumpfschnecken und Muscheln (Lymneus, Cyclas), zahlreiche Hölzer und Knollen von erdigem, phosphorsaurem Eisenoxydul, Vivianit, vor. Nur ein kleiner roh geformter Krug, wie er den Gräbern der Bronzezeit eigenthümlich ist, wurde mit den unzweifelhaft in den Sumpf hineingeworfenen Knochen bis jetzt gefunden. Ueber die Knochenreste stehen weitere Mittheilungen des Professors Sandberger bevor, welcher dieselben untersucht hat und mit den früher im Feuerbacher Moor entdeckten völlig identisch fand.

(Dies. Nr. 1306.)