Zwischen dem Dorfe Bohmte im Amte Wittlage und dem Stifte Levern im Fürstenthum Minden zieht sich längs des Bohmter Bruches eine lange Haide hin bis zum Levern’schen Sundern. Ehe man dahin gelangt, wird die Haide durch Moräste, welche von beiden Seiten sich dort zusammenziehen, fast bis zur Weite eines Büchsenschusses zusammengedrängt. In dieser Erdenge finden sich an drei verschiedenen Stellen doppelte und dreifache Gräben und Aufwürfe, die wie uralte Verschanzungen aussehen. In der einen soll Karl d. G., in der gegenüberliegenden Wittekind vor der Schlacht auf dem Karlsfelde gestanden haben. Vier in der Nähe liegende Hügel wurden im Jahre 1807 vom Grafen Münster untersucht und Gegenstände von Eisen: 3 Nägel, eine große, runde Schnalle mit Heftnadel und mehrere längliche, an der Spitze gebogene Stücke gefunden, außerdem eine feine, in Grünspan oxydierte Kette von der Form und Größe einer gewöhnlichen Venetianerkette nebst Perlen von blauem Email. Vergl. Müller a. a. O. S. 11.

Indem wir nun das Fürstenthum Osnabrück verlassen und in das Fürstenthum Minden eintreten, finden wir in der alten Comitia Stemwede in der Nähe von Randen, sechs Stunden von Minden, die letzten Spuren von altgermanischen Denkmälern. Graf Münster, welcher diese Gegend im Jahre 1807 besuchte, gibt an, daß von zwei Denkmälern nichts mehr übrig sei, als der Platz, wo sie gestanden. Von den beiden anderen, theilweise erhaltenen weise das hinter dem sogenannten Jägerkruge gelegene einen Hauptstein von enormer Länge auf. Er soll 8 Schritte lang und 3 Schritte breit sein. Vergl. Müller a. a. O. S. 21.

Soweit haben wir nun den Germanicus auf seinem Zuge nach dem jenseit der Weser gelegenen Idistavisischen Schlachtfelde zwischen der Weserscharte, dem Schaumburger Walde und den Döhrener Bergen begleitet, und wenn auch die Richtigkeit dieses Weges wol nicht bewiesen werden kann, da Tacitus hier gerade eine empfindliche Lücke hat (Ann. II, 8 ist hinter „hausti sunt“ bis „metanti castra“ eine Lücke, und die Angabe des Weges verloren gegangen), so bleibt doch der Umstand wichtig, daß wol selten anderswo ein solcher massenhafter Fund von Römermünzen aus der Zeit des Augustus vorkommt.

Lintorf.

Dr. Herm. Hartmann.


Die Dürermedaille von Bezold.

Wer je ein Original dieser Medaille gesehen hat, wird gleich zur Ueberzeugung gekommen sein, daß sie nicht, wie Will[144] und Bolzenthal[145] angeben, um 1625 entstanden sein kann. Sie gehört unbestreitbar den besseren Werken der Mitte des 16. Jahrhunderts an.

Wie ist nun der Name Janus Bezoldus auf dem Revers der in den beiden citierten Werken abgebildeten Medaille zu erklären? Gab es zwei Künstler dieses Namens, oder hat Hans Bezold, der bekannte Nürnberger Goldschmied, eine ältere Darstellung copiert? Letzteres wäre möglich; ich habe zwei sehr ähnliche, aber durchaus verschiedene Ausführungen dieser Porträtmedaille constatiert.