Ist der poetische Werth dieser Sachen auch gering, so ist es doch wünschenswerth, den Stoff nach und nach recht vollständig zusammen zu bringen, um endlich einmal zu dem Ziele einer kritisch durchgearbeiteten, umfassenden Sammlung zu gelangen. Noch ist in Handschriften ohne Zweifel viel der Art verborgen.

Heidelberg.

W. Wattenbach.


Zur Symbolik im 14. Jahrhundert.

Bild und Stein bewahren uns treu die symbolisierenden Anschauungen unserer Vorfahren, und Lied und Predigt bieten uns deren Erklärung. Einen wenigstens in einigen Zügen bemerkenswerthen Beitrag zur christlichen Symbolik gegen Abschluß des Mittelalters enthält das Büchlein „der gebißen spiegel“ (Papierhandschrift Nr. 194 der Stiftsbibliothek Lambach, vom 15. Jahrh.), welches mit Mystik stark versetzt ist und in seinem letzten Theil — einer ursprünglich für sich bestehenden kleineren Abhandlung — die sieben Hauptsünden und die denselben entgegenstehenden Tugenden als Gewappnete folgendermassen schildert.

I.

„Die hochfart chumpt auf einem tyr haist dromedarius,

hat guldein harnesch angelegt,