Indem wir somit die diesjährige Conferenz als ein erfreuliches Ereigniß in die Annalen unserer Nationalanstalt aufzeichnen, können wir zugleich mit nicht geringerer Freude und Genugthuung melden, daß eine lange vorbereitete und viel verschobene Sache — der Bau des östlichen Kreuzganges — nunmehr beendet ist. Schon bieten die zierlich gegliederten Gewölbe und die reichen und mannigfaltigen Formen des Maßwerkes der Fenster dem Auge einen befriedigenden Anblick dar, und der Kreuzgang hat nunmehr seine alte Größe und Gestalt wiedergewonnen. Da derselbe ausschließlich für Aufstellung von Originalen und Abgüssen der Grabdenkmale bestimmt ist, so kann er freilich erst nach und nach eingerichtet und dem Publikum zugänglich gemacht werden, und einige Jahre mögen wohl vergehen, ehe die Bretterwände, die jetzt noch einen Theil abschließen, für immer fallen. Ein wesentlicher Theil unserer Aufgabe ist durch die Vollendung des Kreuzganges gelöst; im Plane für den Wiederausbau der alten Karthause steht nun zunächst die Wiederaufrichtung der zwei zerstörten Zellen an der Nordseite voran, die, wie wir hoffen, ebenfalls bald wieder hergestellt sein werden, so daß dann die eine Seite vollständig die alte Anlage wieder zeigt.
Die Verloosung der am 1. Januar rückzuzahlenden Obligationen des Bauanlehens hat die vier Nummern 37, 50, 65 und 92 zu Tage gebracht.
Es ist wol den meisten Freunden des Alterthums bekannt, daß der Hammer des Goldschlägers schon so manche pergamentene Manuscripte und Urkunden vernichtet hat, die nicht blos ihres Inhaltes wegen von Bedeutung waren, sondern von denen auch jedes Stück ein Produkt des Fleißes und ein Monument für die Kulturgeschichte repräsentierte. Ein Mittelpunkt des Pergamenthandels für Goldschläger befindet sich aber für fast ganz Europa in Fürth bei Nürnberg. Da das Museum aus seinen Mitteln nur selten, und blos wenn es sich um Gegenstände von besonders wichtigem Inhalt handelte, in der Lage war, hier rettend aufzutreten, so hat der schon so oft als Förderer unserer nationalen Sache mit dankbarer Anerkennung genannte Herr Assessor v. Cuny in Bonn dem Museum 2100 fl. zur Verfügung gestellt, um ähnliche Dinge zu retten, daran aber die Bedingung geknüpft, daß das Museum nicht blos das für seine Zwecke Wichtige, nicht blos Seltenheiten oder inhaltlich Werthvolles in’s Auge fasse. Zugleich hat Herr v. Cuny gestattet, daß über das, was nicht für die Zwecke des Museums selbst dient, anderweitig verfügt werde. Die Gegenstände, welche zunächst in Folge dessen in Fürth aus den Händen des Goldschlägers gerettet wurden, stehen zum Theile schon als Geschenke des Herrn v. Cuny in unserm heutigen Verzeichnisse.
Ein weiteres Geschenk haben wir dankbar von Herrn Hofbanquier v. Hirsch in München zu melden, der 100 fl. zur Tilgung der Schuld an Herrn v. Aufseß durch Verzicht auf das von ihm bei der Aktiengesellschaft deponierte Capital gespendet hat.
Den mit dem Museum in Schriftentausch stehenden Vereinen ist beigetreten der neugegründete
Geschichts- und Alterthumsverein in Leisnig (Sachsen).
Den mitgetheilten erfreulichen Nachrichten haben wir diesmal leider auch eine Trauerbotschaft wieder anzureihen. Das langjährige Gelehrtenausschußmitglied des Museums, Dr. phil. William Bell aus London, starb am 22. Sept. in Bonn, wohin er des internationalen archäologischen Congresses wegen gereist war.
Seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses wurden folgende neue Jahresbeiträge angemeldet:
Von Privaten: Beilngries. Prakt. Arzt Dr. Jos. Müller in Dietfurt 24 kr. Bückeburg. Amtsassessor J. M. Weissich in Stadthagen 1 fl. 45 kr., Rath Wolff 1 fl. 45 kr. Büdingen. Fürstl. Ysenb. Kammerrath Bradrück 1 fl., Landger.-Assessor Dr. Großmann 30 kr., Reg.-Accessist Haas 30 kr., fürstl. Ysenb.-Wächtersb. Kammerrath Weber 1 fl. — Erlangen. Dr. C. Schröder 1 fl. 45 kr. — Forchheim. Holzhändler J. B. Speckner 1 fl. 45 kr. Fürth. Fabrikant J. F. Jordan jun. 1 fl., Kaufmann Lehrer 1 fl., Kaufmann Christoph Tauber 1 fl., Frau Privatierswittwe E. Wolfinger 1 fl. Gemmingen. Pfarrverweser Sievert 1 fl. 45 kr. Grimma. Professor Dr. Rößler 1 fl. 10 kr. Hamburg. Kaufmann J.Th. Siemßen 17 fl. 30 kr. Hechingen. Dr. Eugen Koller 1 fl. 45 kr. Hermannstadt. Professor Michael Bell 35 kr., Professor Moriz Guist 35 kr., Professor Joseph Horedt 35 kr., Professor Julius Michaelis 35 kr. Homburg i. Pf. Postexpeditor Bender 1 fl., Direktor der Erbacher Fabrik Fichter 1 fl., Gerichtsschreiber Kaul 1 fl. Regensburg. Gymnas.-Lehrer Max Wiener 1 fl. Schmalkalden. Amtmann Fulda 1 fl. 45 kr., Lieutenant Kühn 1 fl. 45 kr., Landrath Senfft von Pilsach 1 fl. 45 kr. Wunsiedel. Freih. v. Bärenstein 2 fl. Würzburg. Otto Freih. v. Dungern 5 fl.
Einmalige Beiträge wurden folgende gegeben: