Auch in der k. Kreisstadt Saaz wurde im Laufe des Jahres 1867 bei Gelegenheit der Grundgrabung zu einem Hausbau in der Prager Vorstadt, zwei Klafter tief in der Erde, ein viereckiges Skelettgrab aufgedeckt. Dasselbe war in Lehm gestochen, nicht mit Steinen ausgelegt, das Skelett gänzlich aufgelöst. Als Beigaben fand man ein kleines, aus grauem Thon gearbeitetes, aber an der inneren und äusseren Fläche mit Graphit geschwärztes Näpfchen, 5 Centim. hoch, an der oberen Oeffnung 8,4 Centim., am Boden 3 Centim. im Durchmesser haltend, mit Erde und Asche gefüllt; einen kleinen, 3 Centim. im Durchmesser haltenden Bronzering mit s-förmigem Verschlusse; eine aus gebogenem Bronzedraht eigenthümlich verschlungen geformte Kleiderhafte, Fig. 4; endlich ein eisernes, 16 Cent. langes Messer; der 8 Centim. lange, aus Holz oder Horn gefertigte Griff war mit Bronzeplättchen geschmückt. Dabei lag noch eine kleine Kugel von gebranntem Thon. Das Grab scheint ziemlich spät und der Form des Ringes, wie der Hafte nach slavisch zu sein.

In Rudolfi (bei Petersburg, Saazer Kreis) wurde im Jahre 1867 wieder ein Grabhügel, und zwar in der Waldflur Knežehaj aufgedeckt. Er war den in diesen Blättern[247] beschriebenen Rudolfer Hügeln ganz conform, vorwiegend aus Steinen aufgebaut, hatte eine Höhe von 5 Fuß bei einem Umfang von 20 W. Klaftern, und enthielt in der Mitte ein auf platten Steinen sitzend bestattetes, noch ziemlich wohl erhaltenes Skelett, dem jedoch der Kopf fehlte. Trotz der mühsamsten Nachforschung gelang es mir nicht, die geringsten Schädeltheile, nicht einmal die Zähne, die sich doch sonst meist noch gut erhalten zeigen, aufzufinden. Der Kopf scheint also abgeschnitten und verbrannt worden zu sein. Auch aus Mähren, Thüringen, Luxemburg etc. sind ähnliche Fälle in Hügelgräbern bekannt[248]. Außer einem kleinen Aschentöpfchen traf ich keine weiteren Beigaben in diesem Grabhügel. Die massigen, derben Knochen, sowie die Form des Beckens lassen auf ein männliches Individuum schließen; die Länge des vollständig erhaltenen Oberschenkelknochens (femur) 47,7 Centim. weist auf einen erwachsenen, großen Mann hin. Dr. A. Weisbach hat auch den in derselben Waldflur 1866 in einem andern Grabhügel gefundenen (weiblichen) Schädel gemessen; derselbe gehört unter die extremst dolichokephalen Schädel, da seine Länge 22 Centim., seine Breite 12,8 Centim. (= 1000: 581) ist, wobei ausdrücklich bemerkt werden muß, daß die Pfeilnaht nicht verwachsen, sondern in ihrem ganzen Verlauf deutlich ausgeprägt ist.

Wien.

Dr. Jul. Ernst Födisch.


Besegnungen.

1) Will dw tausendt geharnaster leyt (oder wye vil dw jn ein felt) machen:

so gee an einem suntag eins morgens früwes auß, ee dy sun(n) aufget vnd ye lautern es am himel ist, ye pesser es ist. dan so schlache von einem felber (hs. feler) ein zweil in einem schlach vnd gee zwe einem pach, der fleust vnd schlach mit dem zwaylin den pack und sprich dyse wordt: Astaroth mille gemisera vnd thue auff yelichs wordt drew creyz.

2) Will dw machen das man dich nit sechen mach:

so nym einen raben vnd schlach jmb das haup(t)[249] veber ein hauß geswell ab und leg das haup in die sun, da sy haiß hinscheyndt und las ligen xxx tag den so waxt ein bluemen darauf dye trag pey dir in der rechten handt u. s. w.