Die Vorlage an den norddeutschen Bund, deren wir in voriger Chronik Erwähnung gethan haben, ist nunmehr, wie wir Zeitungsnachrichten entnehmen, in einer für unsere Anstalt sehr erfreulichen Weise erledigt. Dabei war vor Allem der Bericht maßgebend, welchen Herr Prof. Haupt in Folge der im Auftrage Sr. Excellenz des kgl. preuß. Kultusministers v. Mühler unternommenen Besichtigung des german. Museums, deren wir bereits in der Septembernummer gedacht, erstattet hat.
Der Bericht selbst, der für uns so günstige Folge hatte, spricht sich zwar sehr abweisend über manche Punkte unseres noch immer aufrecht stehenden älteren Programms, sowie über die Thätigkeit der Anstalt in früherer Zeit aus, bemerkt aber, daß das Wichtigere gegenwärtig in der That mehr und mehr in’s Auge gefaßt werde, und daß das Institut somit einer Unterstützung entschieden würdig sei.
Die zur Ergänzung des Verwaltungsausschusses von der neulichen Jahresconferenz erwählten vier neuen Mitglieder haben diese Wahl mit höchst dankenswerther Bereitwilligkeit angenommen. Es sind dies die Herren
Dr. Wilh. v. Giesebrecht, Universitätsprofessor, in München.
Dr. Theod. G. v. Karajan, Präsident der k. k. Akademie der Wissenschaften und Custos der k. k. Hofbibliothek zu Wien,
Dr. Ed. Freih. v. Sacken, Custos des k. k. Münzkabinets und der Ambraser Sammlung zu Wien,
Dr. Ernst aus’m Weerth, Universitätsprofessor, in Bonn.
Den Mittheilungen über die angeordnete Abformung von Grabdenkmalen haben wir noch anzufügen, daß auch Se. Durchlaucht Fürst Carl Egon v. Fürstenberg die freundliche Zusage gemacht hat, den Figurengrabstein eines Fürstenberg aus Haslach für unsern Kreuzgang abformen zu lassen.
Aus der Zahl der Mitglieder des Gelehrtenausschusses hat das german. Museum am 6. d. M. den um die Sprachwissenschaft so verdienten Hofrath und Professor Dr. Aug. Schleicher an der Universität zu Jena durch den Tod verloren.
Neue Jahresbeiträge wurden seit Veröffentlichung des letzten Verzeichnisses folgende gemeldet.