Zehnter Bericht (mit 3 lithogr. Bildtafeln u. 3 Holzschnitten): Der Marienaltar des Museums schlesischer Alterthümer. Gezeichnet und beschrieben von Dr. Alwin Schultz. — Die Pfarrkirche zu St. Georg in Reichenbach i. Schl. Von Robert Schück. — Das Schloß Groß-Wilkau bei Nimptsch. Von H. Strusche. — Das Schloß Vogelgesang bei Nimptsch. Von Dr. Luchs. — Allerlei.
Nachrichten.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
33) Die Stadt Halle, nach amtlichen Quellen historisch-topographisch-statistisch dargestellt von C. H. Freiherrn von Hagen, Stadtrath. Halle, Verlag von Emil Barthel. 1867. 2 Bde. 8. 640 und 548 Stn. Mit lithogr. Plänen.
Wir haben öfter bei Anzeige ähnlicher Werke Anlaß genommen, darauf hinzuweisen, welch schätzbares Material auch für die Geschichte im Allgemeinen in den gegenwärtig immer häufiger erscheinenden Städtechroniken zusammengetragen wird. Sie bieten gewissermassen zu den großen Zügen jener die feinere Kehrseite und zeigen, wie das Volk sich mit den Ereignissen abgefunden, welchen Boden jenes auf Grund seiner Bildung und Stimmung den letzteren geboten, um überhaupt in ihrer Eigenartigkeit Wurzel zu fassen, welchen befruchtenden oder deckenden Niederschlag diese ersteren zurückgelassen. Während wir aber meistens uns begnügen müssen, in diesen Monographieen zerstreutes Material zusammengetragen zu sehen, finden wir hier zugleich eine mit großem historischen Takt durchgeführte Bearbeitung — obwohl jenes im weitesten Umfange bis auf die Neuzeit in Anspruch genommen und die Schrift den Charakter einer Monographie, d. h. den Zweck, eine allseitige Beschreibung der alten und der gegenwärtigen Stadt Halle zu sein, streng festhält. Vieles, was in den vorliegenden Bänden enthalten ist, kann nur für die Bewohner des Ortes selbst Interesse haben; vieles Andere aber sollte auch kein Forscher sich entgehen lassen. Wir rechnen dahin vor allem den Inhalt des zweiten Bandes, die Darstellung der Stadt in Bezug auf das kirchliche und weltliche Regiment. Manche Abschnitte des ersten, die Einrichtungen der Stadt behandelnden Theiles sind von Fachmännern geschrieben, wie die Physiographie des städtischen Gebietes, der Abschnitt über Bergbau und Hüttenwesen u. a., so daß der Charakter der Gründlichkeit dem Werke von vornherein aufgeprägt erscheint.
v. E.