Schwerin.
Friedr. Latendorf.
Nachwort.
Dem Wunsche meines Freundes gern willfahrend, habe ich nur zu bedauern, eine auf Grund eigener Ansicht sämmtlicher Ausgaben des 2. Theiles nebst Gesammtausgaben vollkommen befriedigende und jeden Zweifel abweisende Auskunft zur Zeit nicht geben zu können, weil mir bis jetzt von den mit Bestimmtheit existierenden 15 Ausgaben nur erst 9 vorgelegen sind. Die Drucke, welche durch meine Hände giengen, und aus deren einem (Hagenaw, 1534) ich den in Rede stehenden Irrthum schon im Winter 1845[23] wahrgenommen und in meinen Collectaneen notiert hatte, sind mit einigen ihrer Fundorte folgende: 1. Hagenaw 1529 (Germ. Mus.; Berlin; Ottow’s Sammlung). — 2. o. O. (Erfurt) Melch. Sachse 1529. (Berlin; Ottow). — 3. Nürnberg, Joh. Stüchs 1530. (Augsburg: Stadtb.; Berlin; Ottow). — 4. Hagenaw 1534 „am xv. tag des Mertzen“ (Germ. Mus.; München: Staats- u. Univ. Bibl.; Berlin; Ottow; eig. Samml.). — 5. Hagenaw 1537 „am viij tag des Mertzñ.“ (Ulm; München: Staatsb.; Dresden; Berlin; Wolfenbüttel; Ottow). — 6. o. O. 1541. (Augsburg: Stadtb.; München: Staats- u. Univ.-Bibl.; Ulm; Berlin). — 7. o. O. 1558. (Germ. Mus.; Dresden; München: Univ.-Bibl.; Berlin; Ottow.). — 8. Wittenberg 1582. (Germ. Mus.; Augsb.: Stadtbibl.; München: Univ.-Bibl.; Berlin; Ottow.). — 9. Wittenberg 1592. (München: Staatsbibl.; Dresden; Berlin; Wolfenbüttel; Ottow).
Von diesen bietet, wie schon Latendorf selbst vollkommen richtig angegeben, die Original-Ausgabe v. 1529 (Nr. 1) die fragliche Lücke nicht; sie erscheint zum ersten Male in der ersten Gesammtausgabe (Nr. 4), während alle andern, mit Ausnahme einer einzigen — der aus derselben Hagenauer Presse unmittelbar folgenden Ausgabe (Nr. 5) — den Text der ersten nach Wort und Zählung genau wiedergeben. Es möchte darum der Schluß, daß auch die übrigen von mir noch ungesehenen Ausgaben der ersten Redaction gefolgt sind, wohl erlaubt sein. Zu Recht aber besteht in jedem Falle, und zwar für alle Drucke ohne Ausnahme, die Schluß- und Gesammtzahl 749[24].
Sonach ist das Aeußere der beiden Texte für die in Betracht kommenden Nummern 600–603 also gestaltet:
a. Hagenaw. 1529. Ander Theil. Bl. 156 a⁄b.
(ebenso: Nürnberg, Joh. Stüchs, 1530).
(Bl. 156a) 600.
Schwartz wie die erde.
Die erde ist nicht allenthalben schwartz/ Inn Doringen ist sie schwartz/ am Reyn ist sie rot/ wie wol die schwartze erde zum Korn wachsen besser ist denn die rote/ vnd die rot zum wein wachsen besser denn die schwartze. Die heilige schrifft sagt/ daß der mensch aus roter/ nicht aus schwartzer erden geschaffen sey/ darumb sichs schleußt/ daß diß wort nicht an allen orten Deutschs landes war ist/ Denn an etlichen ortten ist eyttel sandt/ weder schwartze noch rote erden.