Wenn unter den schweizerischen Geschichtsforschern, nächst Gilg Tschudi und Johannes v. Müller, irgend einer eine ausführliche Biographie verdiente, so ist es gewiß J. E. Kopp, dessen Name eine neue Epoche schweizerischer Geschichtsforschung bezeichnet; und diese Biographie ist in gute Hände gekommen, da Herr Lütolf, dermal Subregens am bischöfl. Seminar in Solothurn, selbst tüchtiger Geschichtsforscher, auch viele Jahre hindurch mit Kopp in nahem, vertrautem Verhältnisse stand und nach dessen Tod über ein reiches, sehr interessantes Material zu einer solchen Arbeit verfügen konnte. Die ziemlich einläßliche Schrift weist in klarer, bündiger Weise nach, wie Kopp allmählich zum gründlichen und immer gründlicheren Geschichtsforscher sich heranbildete, wie wahrheitsliebend, gewissenhaft, scharfsinnig und unermüdet er dabei verfuhr, und wie das, was er zunächst für die Geschichte der eidgenössischen Bünde leistete, auch auf die neuere Geschichtschreibung unverkennbare Rückwirkung ausübte. Die Darstellung gewinnt sehr dadurch, daß Lütolf meistens seinen Helden selbst reden läßt. Die Ausstattung des Buches ist vortrefflich; der Preis billig.

8) Das monumentale Rheinland. Autographische Abbildungen der hervorragendsten Baudenkmale des Mittelalters am Rhein und seinen Nebenflüssen, von Dr. Fr. Bock. Cöln u. Neuß. Verlag von L. Schwann. 8.

Der fleißige Herausgeber hat sich in diesem Werke auf das Gebiet der Architektur begeben und hat es unternommen, eine Anzahl der interessanten Kirchen, an denen das Rheinland so reich ist und die theilweise unbekannt, theilweise nicht genügend bekannt waren, in trefflichen Zeichnungen des Architekten Schneider in Aachen, eines Schülers Ungewitters, zu veröffentlichen; die Abteikirche zu Lorch, die Liebfrauenkirche zu Oberwesel, Kirche und Wernerskapelle zu Bacharach und die Stiftskirche zu Andernach bilden den Inhalt der ersten vier Lieferungen.


Aufsätze in Zeitschriften.

Katholische Blätter aus Tirol: Nr. 34. Ein Beitrag zur Geschichte der Wiedertäufer in Tirol. (Aus dem Gerichtsarchiv in Sarntheim.) Malefiz-Recht der Erharte Yrscher.

Blätter f. liter. Unterhaltung: Nr. 4, S. 62. Die Quelle zu Gottfried’s „Tristan“.

Europa: Nr. 4, Sp. 119. Geschichtliches über unsere Hausthiere.

Die Gartenlaube: Nr. 5, S. 68. Die Inselburg (Pfalz) im Rhein. — S. 75. Ein Bild deutscher Volkslust (Sichelhänget und Hahnentanzen im Steinlachthal in Schwaben).

Deutsche Kunst-Zeitung: 1868, Nr. 1, S. 6 ff. Das Bayerische National-Museum in München. (Erwin Förster.)